Gasverbrauch im Oktober deutlich niedriger als im Jahr davor

30. November 2022, Wien
Gas- und Stromverbrauch im Oktober unter Vorjahr
 - Wien, APA/THEMENBILD

Der Gasverbrauch ist im Oktober vor allem dank des warmen Wetters deutlich gesunken und war um mehr als ein Viertel niedriger als im Jahr davor. Auch der Stromverbrauch ist deutlich gesunken und lag um 9 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats, wie aus Daten der Regulierungsbehörde E-Control hervorgeht. Die Stromerzeugung hat zugelegt, ein kräftiges Plus gab es vor allem bei der Wasserkraft. Der Gas-Speicherstand ist weiter gestiegen.

Insgesamt wurde im Oktober 2022 mit 5,87 Terawattstunden (TWh) um rund 2 TWh oder 26,1 Prozent weniger Gas an die österreichischen Endkunden abgegeben als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Dies ist laut E-Control vor allem auf die vergleichsweise hohen Temperaturen zurückzuführen. So lagen auch die sogenannten „Heizgradtage“ – Summe der Differenz zwischen der Außenlufttemperatur und der angestrebten Innenlufttemperatur von 20 Grad – im Oktober 2022 mit einem Wert von 79,2 deutlich unter dem Vorjahresergebnis von 235,3.

Die inländische Gasproduktion (inkl. Einspeisung biogener Gase) sank um rund ein Viertel (24,8 Prozent) auf 0,54 TWh.

Die relativ hohen Temperaturen hatten auch positive Auswirkungen auf die österreichischen Gasspeicher. So wurden im Oktober 2022 rund 13 TWh netto eingespeichert, im Vorjahresmonat waren es nur rund 2,8 TWh. Der Speicherinhalt lag am Monatsende mit rund 89 TWh um 66,1 Prozent über dem Vorjahreswert.

Der Inlandsstromverbrauch (ohne Verbrauch für Pumpspeicherung) betrug 5,43 TWh, das war ein Rückgang um 9,0 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres. Die Stromerzeugung stieg um 2,4 Prozent auf 5,3 TWh. Die Wasserkraftwerke produzierten aufgrund der im Vergleich zum Vorjahr besseren Erzeugungsmöglichkeiten um 0,46 TWh bzw. 18,5 Prozent mehr elektrische Energie. Dabei gab es vor allem bei den Laufkraftwerken einen starken Anstieg (plus 24,4 Prozent). Die Speicherkraftwerke erzeugten um 8,8 Prozent mehr. Demgegenüber sank die Produktion aus Wärmekraftwerken um 0,27 TWh oder 17,5 Prozent auf 1,25 TWh. Bei den Windkraftanlagen gab es einen Rückgang um 30,8 Prozent auf rund 0,46 TWh.

Beim physikalischen Stromaustausch mit dem benachbarten Ausland wurde bei den Importen ein Rückgang um 23,1 Prozent verzeichnet. Die Stromexporte stiegen um 4 Prozent.

Bei Gas lagen die physikalischen Importe aus dem benachbarten Ausland mit rund 25,3 TWh um 10,4 TWh bzw. 29,1 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Gleichzeitig wurde auch weniger Gas exportiert, die physikalischen Exporte sanken um 72,5 Prozent auf 7 TWh. Daraus ergibt sich für Oktober 2022 ein Importsaldo von ca. 18,4 TWh, der rund 78 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres lag.

APA

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