Rom stellt Lukoil-Raffinerie unter staatliche Aufsicht

2. Dezember 2022, Mailand/Moskau
Lukoil ist einer der großen staatlichen russischen Ölkonzerne
 - Brussels, APA/AFP

Italien hat eine vom russischen Öl-Riesen Lukoil betriebene Raffinerie in Sizilien vorerst unter staatliche Kontrolle gestellt. „Die Notmaßnahme zielt darauf ab, sowohl ein strategisches nationales Energiezentrum als auch die für Sizilien und das ganze Land so wichtigen Arbeitsplätze zu schützen“, erklärte Premierministerin Giorgia Meloni am Donnerstag. Die Entscheidung über die Isab-Raffinerie, eine der größten Europas, gelte vorerst für bis zu zwölf Monate.

Laut Meloni arbeiten rund 10.000 Menschen für Isab. Die Raffinerie in Priolo lief Gefahr, ihre Produktion einstellen zu müssen, da am 5. Dezember das Embargo der Europäischen Union gegen die Einfuhr von russischem Rohöl auf dem Seeweg in Kraft tritt. Die nun verhängte staatliche Kontrolle soll nach den zwölf Monaten nochmals verlängert werden können.

Rom folgt mit seiner Entscheidung dem Beispiel Berlins, das im September die Kontrolle über die deutschen Aktivitäten des russischen Ölkonzerns Rosneft übernommen hatte. Rosneft geht wegen der Treuhandverwaltung seiner deutschen Tochterfirmen gerichtlich gegen das Bundeswirtschaftsministerium vor.

Die Isab-Raffinerie hat eine jährliche Kapazität von zehn Millionen Tonnen Rohöl. Sie deckt etwa 20 Prozent des Bedarfs von Italien.

APA/ag

Ähnliche Artikel weiterlesen

Transalpine Ölleitung schloss 2022 mit positivem Ergebnis

20. Jänner 2023, Triest

Italiens Kartellbehörde leitet Ermittlungen Ölfirmen ein

16. Jänner 2023, Rom
Verdacht auch gegen Eni
 - San Donato Milanese, APA/AFP

Mehrere Interessenten für Lukoil-Raffinerie in Italien

9. Dezember 2022, Rom/Moskau

Eni prüft Übernahme von Gas- und Ölförderer Neptune

30. November 2022, Rom
Eni denkt an eine Neuübernahme
 - San Donato Milanese, APA/AFP