Deutsche Netzagentur sorgt sich wegen Frankreich

12. Dezember 2022, Gerlingen
Klaus Müller, Präsident der deutschen Netzagentur
 - Bonn, APA/dpa

Mit Sorge blickt die deutsche Bundesnetzagentur auf Frankreich. Die dortigen Atomkraftwerke haben derzeit Probleme und liefern deutlich weniger Strom als üblich. Der französische Atomstrom fehlt im europäischen Netz. „Deutschland beliefert Frankreich daher mit Strom – aus unseren Kohle- und Gaskraftwerken und den drei AKW, die bei uns erst einmal weiterlaufen“, sagte der Präsident der Behörde, Klaus Müller, dem „Tagesspiegel“ (Montag).

Gleichzeitig forderte der Netzagentur-Chef mehr Gaseinsparungen in Deutschland. „Aktuell liegen die Einsparungen insgesamt nur noch bei 13 Prozent“, sagte Müller. Die Behörde hält allerdings Einsparungen von 20 Prozent für nötig. Derzeit seien die deutschen Gasspeicher mit einem Füllstand von 95 Prozent besser gefüllt denn je. Zudem sei Deutschland deutlich besser vorbereitet als im Sommer. „Wir bekommen jetzt Gas aus verschiedenen Quellen, wir haben bald drei Terminals für Flüssiggas, aus Norwegen und Holland, über Belgien und auch über Frankreich werden wir gut beliefert.“ Eine längere Kältewelle sei jedoch riskant. „Bei Temperaturen von minus zehn Grad schießt der Gasverbrauch in die Höhe“, sagte Müller.

Befürchtungen, massenhaft betriebene Heizlüfter könnten in Deutschland Stromausfälle auslösen, haben sich aus Sicht der Bundesnetzagentur nicht bewahrheitet. „Wir haben die Verkaufszahlen bei den Heizlüftern gesehen“, sagte Müller. „Aber das Gute ist: Die Geräte werden nicht eingeschaltet. Sie stehen im Keller“, fügte er hinzu. Im November, als es vorübergehend kalt gewesen sei, hätten die Menschen auf die „dumme und teure Idee kommen können, statt mit Gas mit Strom zu heizen. Zum Glück hat das kaum jemand gemacht“, sagte Müller.

Verbraucher hatten sich in den vergangenen Monaten aus Angst vor einem Gasmangel in großer Zahl mit Heizlüftern eingedeckt. „Die Gefahr eines Blackouts macht uns keine großen Sorgen“, betonte Müller nun.

APA/dpa

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