Windpark-Projekt in Salzburg nahm wichtige Hürde

15. Dezember 2022, Flachau

Das derzeit konkreteste Windpark-Projekt im Bundesland Salzburg hat am Mittwoch eine wichtige Hürde genommen. Die Gemeindevertretung von Flachau (Pongau) hat am Abend einstimmig die notwendige Abänderung des Flächenwidmungsplans beschlossen. Frühestens werden sich die Windräder am – nomen est omen – Windsfeld in gut 2.000 Metern Seehöhe aber wohl erst Ende 2027 drehen. Und das auch nur, wenn es keine Einsprüche gegen einen positiven Behördenbescheid geben sollte.

„Alle Fraktionen stehen hinter dem Projekt. In der Gemeinde gibt es keine Widerstände“, sagte der ÖVP-Bürgermeister von Flachau, Thomas Oberreiter, am Donnerstag zur APA. „Die Windräder werden in einem Bereich errichtet, der kaum einsehbar ist, wo genug Wind weht und wo die Fläche wegen einer 110-kv-Leitung ohnehin vorbelastet ist. Es ist ein sinnvoller Standort.“

Die Betreibergesellschaft, die Windsfeld GmbH, will am Windsfeld nahe des Nordportals des Tauerntunnels acht bis zwölf Windräder errichten. Sie sollen nach Inbetriebnahme bis zur Hälfte der Salzburger Windenergieziele bis 2030 in der Höhe von 250 GWh abdecken können. Geschäftsführer Marcus Scherer rechnete am Donnerstag damit, den Antrag zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) im dritten oder vierten Quartal 2023 einbringen zu können.

„Wir stimmen uns derzeit mit den Behörden ab, damit alle notwendigen Unterlagen bei der Einreichung vorliegen“, sagte er. Wie lange die UVP dann dauere, lasse sich nicht sagen – auch weil sich die geplante Novelle des UVP-Gesetzes durch die Bundesregierung derzeit verzögere. Scherer ging jedoch von einem überragenden öffentlichen Interesse an dem Projekt aus. Parallel werde derzeit auch das „Park-Layout“ erarbeitet. „Wir besprechen mit den verschiedenen Lieferanten, an welcher Stelle welcher Anlagen-Typ welchen Herstellers sich am besten eignet.“ Erst dann stehe fest, wie viele Windräder mit welcher Höhe und welcher Leistung errichtet werden sollen.

Nach einem positiven UVP-Bescheid – das werde frühestens Ende 2024 der Falls sein – erfolge die Definition der Windstrompreise, danach die Gespräche mit den Banken zur Finanzierung. Diese könnten laut Scherer bis Ende 2025 abgeschlossen sein. Danach rechne er mit einer Bauzeit von gut zwei Jahren. „Wegen der Schneedecke und der hochalpinen Witterung haben wir lediglich ein jährliches Zeitfenster von vier Monaten.“

Scherer meinte heute auch, dass der Zeitplan nur halte, wenn es zu keinen „sinnfreien, schikanösen und mehrstufigen Beschwerdeverfahren“ komme. Einsprüche gegen einen Bescheid sind aus heutiger Sicht freilich durchaus möglich: Der sogenannte Umweltbericht im Landesentwicklungsprogramm weist für Biotope, Fauna und Landschaftsraum am Windsfeld „deutlich negative Auswirkungen“ aus. Auch die Landesumweltanwaltschaft (LUA) sah das Projekt zuletzt kritisch. Allerdings könne man ohne Unterlagen nicht sagen, ob das Projekt bewilligungsfähig sei oder nicht. Und für Teile des Alpenvereins stellen vor allem der Bau einer Zufahrtsstraße und die notwendigen Manipulationsflächen für den Bau der Windräder einen schweren Eingriff in die Natur dar.

Das Land Salzburg hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 zumindest 25 Windräder zu errichten. Allerdings dreht sich trotz mehrerer Anläufe derzeit noch kein kommerziell genutztes Windrad im Bundesland.

APA

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