Jeder zweite Betrieb spürt Energiepreissteigerungen stark

22. Dezember 2022, Wien
63 Prozent der stark betroffenen Unternehmen haben Gewinnrückgänge
 - Langenhagen, APA/dpa/Themenbild

Mehr als jedes zweite Unternehmen in Österreich hat die steigenden Energiepreise deutlich zu spüren bekommen. Das ergab eine Umfrage im Auftrag des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY. Von jenen, die die Energiepreise stark spüren, macht sich das vor allem durch rückläufige Gewinne bemerkbar.

Der Umfrage unter 600 mittelständischen heimischen Unternehmen zufolge gaben 52 Prozent an, deutlich oder sehr stark von den steigenden Preisen für Energie betroffen zu sein. 41 Prozent sehen sich etwas bis kaum betroffen, lediglich sieben Prozent nehmen keine direkten Auswirkungen wahr. Laut Analyse besonders betroffen sind Unternehmen aus dem Transport-, Verkehrs- und Energiesektor sowie der Industrie.

Die Betriebe, die stark von steigenden Energiekosten betroffen sind, spüren das vor allem beim Gewinn. Laut Erhebung stellten 63 Prozent der stark betroffenen Firmen Gewinnrückgänge fest. Knapp die Hälfte (44 Prozent) versucht wegen der steigenden Energiekosten andere laufende Kosten zu reduzieren, 7 Prozent müssen Jobs abbauen oder haben das schon getan. 2 Prozent befürchten eine Insolvenz.

„Unabhängig davon, wie sich die Umsätze der Unternehmen entwickeln, wirken sich die stark gestiegenen Energiekosten direkt auf die Gewinne der Unternehmen aus. Das kann mittel- oder langfristig zum Problem werden“, kommentiert Christina Khinast, Leiterin des Energiesektors bei EY Österreich, die Umfrage in einer Aussendung.

Knapp ein Viertel (24 Prozent) der befragten Unternehmen befürchtet Versorgungsengpässe im Energiebereich, vor allem im Winter. Diese Sorge haben laut Umfrage vor allem Betriebe in den Branchen Soziales, Wissenschaft, Bildung und Kultur (46 Prozent) aber auch in Transport, Verkehr und Energie (36 Prozent). Der Großteil (76 Prozent) befürchtet aber keine Gefahr bei der Versorgungssicherheit.

Fast zwei Drittel (63 Prozent) der befragten Unternehmen setzen bereits Energiesparmaßnahmen um, 11 Prozent planen das in den kommenden sechs Monaten zu tun. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) investiert laut Umfrage bereits in den Ausbau eigener Energieerzeugungskapazitäten, 32 Prozent planen diesen. „Unternehmen dürfen in der angespannten Situation nicht allein gelassen werden – es braucht umfassende unterstützende Maßnahmen, vor allem für stark betroffene Betriebe“, forderte Khinast.

APA

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