Deutschland importiert Solaranlagen großteils aus China

1. März 2023, Berlin
Österreich war 2022 Deutschlands wichtigster Abnehmer von Solaranlagen - Eisenstadt, APA/THEMENBILD

Deutschland ist bei Solaranlagen in hohem Maße auf China angewiesen. Rund 87 Prozent der importierten Photovoltaikanlagen kamen im vergangenen Jahr aus der Volksrepublik, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Der Wert dieser Anlagen betrug gut 3,1 Mrd. Euro. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr Photovoltaikanlagen im Wert von rund 3,6 Mrd. Euro nach Deutschland geliefert.

Auf China als wichtigsten Lieferanten von Solarzellen, Solarmodulen und Co folgten mit großem Abstand die Niederlande (143 Mio. Euro oder 4 Prozent) und Taiwan (94 Mio. Euro oder 3 Prozent).

Der Wert der Importe von Photovoltaikanlagen war damit mehr als doppelt so hoch wie der von Exporten dieser Waren aus Deutschland. Exportiert wurden im vergangenen Jahr Anlagen im Wert von gut 1,4 Mrd. Euro. Diese gingen zu einem großen Teil in europäische Staaten. Die wichtigsten Abnehmer waren Österreich (206 Mio. Euro, 14 Prozent), die Niederlande (164 Mio. Euro, 11 Prozent) und Italien (160 Mio. Euro, 11 Prozent).

In Deutschland ist insbesondere die Produktion von Solarmodulen für Photovoltaikanlagen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Solarmodule werden in Photovoltaikanlagen verbaut, die der Erzeugung von Strom aus Sonnenenergie dienen. Der erzeugte Strom kann entweder direkt genutzt, gespeichert oder ins Stromnetz eingespeist werden. Von Jänner bis September 2022 wurden rund 2,9 Millionen Solarmodule zum Absatz im In- oder Ausland produziert. Das waren um 44 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2021 und sogar um 75 Prozent mehr als in den ersten drei Quartalen des Vor-Corona-Jahres 2019.

Die Produktion von Solarkollektoren – die Bestandteile von Solarthermieanlagen sind, die Sonnenenergie in Wärme für die Warmwassererzeugung und das Heizen erzeugen – stieg deutlich langsamer. Von Jänner bis September 2022 wurden 202.000 Solarkollektoren produziert. Das waren nur wenig mehr als in den ersten drei Quartalen 2021 und 25 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2019.

Immer mehr Unternehmen, aber auch private Haushalte nutzen die Energie der Sonne zur Stromerzeugung: Im November 2022 waren auf Dächern und Grundstücken knapp 2,5 Millionen Photovoltaikanlagen mit einer Nennleistung von insgesamt gut 63,7 Gigawatt installiert, so die Statistiker. Damit nahm die Zahl binnen eines Jahres um 14 Prozent zu, die installierte Leistung um 13 Prozent.

APA/ag

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