Abkommen zwingt Australiens Emittenten zu Abgassenkung

27. März 2023, Sydney

Australiens größte Luftverschmutzer müssen künftig ihre Kohlenstoffemissionen senken. Die australische Regierung einigte sich am Montag auf ein Abkommen, wonach die 215 größten Emittenten des Landes ihre Netto-Emissionen bis 2030 um fast fünf Prozent reduzieren müssen. Regierungschef Anthony Albanese erklärte, Australien erfülle nach „zehn Jahren der Leugnung und des Aufschubs und der Untätigkeit“ endlich seine Verpflichtungen.

Australien hat sich dazu verpflichtet, seine Emissionen bis Ende 2030 um 43 Prozent zu reduzieren. Es wird erwartet, dass die neue Gesetzgebung noch in dieser Woche das Oberhaus durchläuft und am 1. Juli in Kraft tritt.

Australiens Klimarat schätzt, dass die 215 betroffenen Emittenten für fast 30 Prozent der gesamten australischen Emissionen verantwortlich sind.

Die zunächst skeptischen Grünen, deren Stimmen im Senat für eine Verabschiedung des Gesetzes gebraucht wurden, entschieden sich letztendlich für eine Unterstützung des Plans, nachdem sie die Regierung von der Aufnahme einer festen Obergrenze für Emissionen überzeugen konnten. Demnach müssen die Unternehmen stetig jedes Jahr ihren Ausstoß herunterfahren, ohne sich durch Emissionshandel davon freikaufen zu können.

Während einige Umweltschützer die Einsparungen als zu gering erachten, warnte Australiens Bergbauindustrie vor einem massiven Abbau von Arbeitsplätzen infolge der zu erwartenden finanziellen Belastung. „Falls wir nicht aufpassen, werden einige Anlagen in Australien schließen“, erklärte der Mineralrat Australiens.

Australien ist einer der größten Kohleexporteure der Welt. Die konservative Vorgängerregierung hatte dem Kampf gegen den Klimawandel keine große Priorität eingeräumt. Das Land galt deshalb auf internationaler Ebene als Bremser in Sachen Umweltschutz.

Doch eine Reihe von Naturkatastrophen haben zu einem Umdenken bei der politischen Elite des Landes geführt. Bei durch heftige Stürme verursachten Überflutungen starben 2022 mehr als 20 Menschen an Australiens Ostküste. Buschfeuer verbrannten 2019 und 2020 mehr als acht Millionen Hektar Vegetation. Marine Hitzewellen haben 2016, 2017 und 2020 zu massenhafter Korallenbleiche im weltberühmten Great Barrier Rief geführt.

Albaneses Mitte-links-Regierung gewann im vergangenen Jahr die Wahl unter anderem mit dem Versprechen, mit der fossile Energieträger befürwortenden Politik der konservativen Regierung zu brechen.

APA/ag

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