illwerke vkw senken ab 1. Juli Strompreis für Haushalte

18. April 2023, Bregenz
Preise für Haushalte gehen runter - Frankfurt (Oder), APA/dpa-Zentralbild

Der landeseigene Vorarlberger Energieversorger illwerke vkw wird zum 1. Juli seinen Strompreis für Haushaltskunden und Kleinunternehmen senken. Geplant ist eine Reduktion auf 18,7 Cent pro Kilowattstunde, erst zum 1. April war der Preis von 10 auf 24 Cent erhöht worden. Der neue Preis gilt bis 31. März 2025, teilten der Illwerke-Vorstand, Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP), Energielandesrat Daniel Zadra (Grüne) und AK-Präsident Bernhard Heinzle am Montag in Bregenz mit.

Die Großhandelspreise von Jänner bis April seien um 20 Prozent gesunken, dazu komme eine geänderte Beschaffungsstrategie, begründete illwerke vkw-Vorstand Helmut Mennel bei der Pressekonferenz. Aus Gründen der Rechtssicherheit wurde dazu ein neuer Tarif geschaffen. Kunden müssen sich aktiv für den Umstieg auf das noch namenlose Produkt entscheiden, alle Informationen dazu gebe es im Laufe des Juni, erklärte illwerke vkw-Vorstand Christof Germann. Der Umstieg werde einfach möglich sein, auch online. Mit dem neuen Modell sinke der Preis um rund 20 Prozent, damit sei man der günstigste Landesenergieversorger Österreichs. Eine Bindung werde es nicht geben. Ziel sei es, alle Kunden in das neue Produkt zu überführen.

Landeshauptmann Wallner sprach von intensiven Gesprächen über das Wochenende. Man habe die Zusage einhalten wollen, dass bei entsprechender internationaler Entwicklung der Strompreis rasch gesenkt werde. Vorteile sah Wallner nicht nur für die Bevölkerung, ein niedriger Strompreis sei auch wichtig für den Standort. Weiter in Kraft bleibe zudem der Vorarlberger Strompreisrabatt von 3 Cent/kWh, der im Unterschied zur Strompreisbremse des Bundes beim Verbrauch nicht gedeckelt ist. Er dankte dem Unternehmen vor allem für die Preisgarantie, man lebe schließlich in „unsicheren Zeiten“. Die Vorstände hätten hier „ihre Möglichkeiten sehr stark ausgelotet“, so Wallner. Preisänderungen vor 2025 seien nur nach unten möglich.

Landesrat Zadra war überzeugt, die Senkung werde sich auch inflationsdämpfend auswirken. Die Maßnahme bringe zudem die nötige Planungssicherheit für die Kunden. Die Arbeiterkammer (AK), die in die Gespräche eingebunden war, empfahl bereits jetzt den Umstieg auf den neuen Tarif. Man habe langfristig stabile Preise für die Konsumenten gefordert, „für uns ist die Strompreisdiskussion damit nun erledigt“, so AK-Präsident Heinzle.

Die Opposition führte die Senkung auf ihren Druck zurück. „Unser Einsatz zeigt Wirkung“, so FPÖ-Obmann Christof Bitschi und forderte weitere Entlastungen. Gleich zwei Aussendungen dazu kamen von Manuela Auer: Als SPÖ-Klubobfrau sprach sie von einem „absurden Strompreis-Schauspiel“, als AK-Vizepräsidentin forderte sie die gänzliche Rücknahme der Preiserhöhung und kritisierte AK-Präsident Heinzle, dieser trage die Belastungen mit, statt gegenüber Land und illwerke klar Position zu beziehen. Mehr Transparenz vom Energieversorger in Bezug auf Einkaufspreise und Kostenbasis forderten die NEOS. Nur wer seinen Tarif wechsle, könne den billigeren Preis erhalten, das mache das Prozedere für Kunden mühsam. Die Senkung sei „überfällig“, betonte NEOS-Mandatar Garry Thür.

Laut illwerke vkw-Berechnungen soll der Strompreis für einen mittleren Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch (abzüglich der Bundes- und Landeszuschüsse) von 734 Euro (ab 1. April) auf 670 Euro (ab 1. Juli) sinken. Der landeseigene Energieversorger hatte den Strompreis für Haushaltskunden per 1. April von 10 Cent/Kilowattstunde (netto) auf 24 Cent erhöht, was in Bevölkerung und Opposition einigen Unmut hervorgerufen hatte. Um die Erhöhung abzufangen, beschloss die Landesregierung im Februar einen Strompreisrabatt. Unter Einberechnung der Strompreisbremse des Bundes verteuerte sich damit der Strompreis für etwa die Hälfte der Vorarlberger Haushalte (Verbrauch bis zu 2.900 Kilowattstunden) nicht. Bei höherem Verbrauch (3.500 Kilowattstunden) betrug die Erhöhung 6 Euro pro Monat, bei 5.000 Kilowattstunden waren es 16 Euro. Finanziert wird der Stromrabatt mit 28,5 Millionen Euro aus der Dividende von Illwerke-vkw.

APA

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