Gutmann erzeugt grüne Wärme und Ökostrom

9. Mai 2023

Seit 2020 betreibt Energieversorger Gutmann in Hall Österreichs größten Pelletsspeicher. Nun ging das angedockte Blockheizkraftwerk in Betrieb.

„Seit inzwischen zwei Monaten erzeugen wir grüne Wärme und Ökostrom in Tirol. Dank der Fertigstellung unserer Holzvergaser mit angeschlossenem Blockheizkraftwerk im Pelletsspeicher in Hall können wir zukünftig eine Einspeisung ins öffentliche Stromnetz und Fernwärmenetz der Tigas gewährleisten und damit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende in Österreich leisten“, erklärt Alexander Gutmann. Im Zuge einer Besichtigung am Standort Hall zeigte sich auch LHStv. Josef Geisler von der neuen Anlage beeindruckt: „Raus aus Öl und Gas ist gerade im Zentralraum eine große Herausforderung. Durch das Einspeisen der erneuerbaren Wärme für rund 500 Haushalte in das bestehende Fernwärmenetz kommen wir auch der Wärmewende einen Schritt näher. Die im neuen Blockheizkraftwerk der Firma Gutmann produzierte elektrische Energie und Wärme sind ein wertvoller Beitrag zum Gelingen der Energiewende in Tirol und ein wichtiger Baustein für die Erweiterung der Fernwärmeschiene.“

Bis zum Jahr 2050 will Tirol energieautonom sein, den Ausstieg aus fossilen Energieträgern schaffen und sich bilanziell mit heimischer Energie aus erneuerbaren Ressourcen versorgen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss zum einen die erneuerbare Energieproduktion wie auch die Energieeffizienz erheblich gesteigert werden. Im neuen Blockheizkraftwerk können stündlich 780 kWh Wärme und 495 kWh Strom erzeugt werden. Dies summiert sich zu einer jährlichen Gesamtproduktion von 4 Millionen kWh Strom und 6 Millionen kWh Wärme. „Damit setzen wir einen guten Schritt in die zukunftsorientierte Richtung und erzielen eine Angebotssteigerung von grüner Fernwärme und elektrischer Energie für bis zu 1200 Haushalte“, so Gutmann. In der Anlage werden die Holzpellets in drei Holzvergasern unter hoher Temperatur und weitgehend unter Ausschluss von Sauerstoff gespalten, sodass Holzgas entsteht. Dieses wird anschließend über Leitungen zum Blockheizkraftwerk transportiert. Es kann wahlweise in Wärme oder Strom umgewandelt und ins öffentliche Netz eingespeist werden. Holzstaub sowie Holzkohle fallen an. Der Staub wird in die Pelletsproduktion rückgeführt, die Kohle kann für Düngung oder Brikettierung verwendet werden.
Ein Vorteil der neuen Anlage ist auch die wetterunabhängige, durchgängige Produktion von Ökostrom und Wärme – beides aus lokal produzierten Pellets generiert. Zudem wird durch das Kraftwerk die allgemeine Versorgungssicherheit verbessert, womit Gutmann ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leistet. „Aufgrund des hohen Nutzungsgrades und der positiven ökologischen Effekte eines Blockheizkraftwerks kann eine vergleichbare Anlage zukünftig auch für andere Unternehmen interessant sein. Dank der erfolgreichen Projektabwicklung und dem daraus gewonnenen Knowhow können wir unsere Expertise einem erweiterten Kundenkreis zur Verfügung stellen und die innovative Technologie großflächig anbieten“, resümiert Gutmann.

Tiroler Tageszeitung

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