Stromtarif: Tücken liegen im Detail

30. August 2023

Versorger. Durchblicker findet in acht von neun Bundesländern einen günstigeren Tarif als jenen der Landesversorger. Genauer hinschauen kann sich lohnen.

Vielen Stromverbrauchern bei den Landesenergieversorgern wurde ein neuer Tarif angeboten. Für die Kunden stellt sich die Frage, ob sie wechseln sollen. Die Vergleichsplattform Durchblicker hat in acht von neun Bundesländern einen günstigeren Tarif gefunden, heißt es. Nur in Vorarlberg unterbietet der Landesversorger das günstigste Angebot um 15 Euro. Teilweise wären die neuen Tarife sogar teurer als die alten, wenn man Gratistage, Wechselbonus oder Treue-Rabatte weglässt.

Ausgegangen ist die Plattform bei ihren Berechnungen von einem Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 kWh. In Wien ist das günstigste Durchblicker-Angebot 50 Euro günstiger pro Jahr, in der Steiermark beträgt der Unterschied fast 200 Euro. Energie-Steiermark-Sprecher Urs Harnik-Lauris: „Es waren vor allem die kleinen Anbieter mit attraktiven Angeboten, die den Kunden in der Krise die größten Probleme gemacht haben, als viele in Konkurs gegangen sind. Seither sehen wir einmal mehr, wie wichtig Verlässlichkeit ist.“

Kunden müssen aktiv auf den neuen Tarif umsteigen. Tücken liegen im Detail, wie etwa bei der Wien Energie, sagt Durchblicker-Energieexperte Stefan Spiegelhofer: „Nach 190 Gratistagen erhöht sich der Preis im neuen Tarif der Wien Energie wieder, selbst wenn die internationalen Strompreise weiter sinken. Der Kunde muss sich bewusst sein, dass er dann erst nach zwölf Monaten wieder den Tarif oder Anbieter wechseln kann. Das fällt besonders ins Gewicht, weil mit Ende Juni 2024 die Strompreisbremse ausläuft.“ Durch die Strompreisbremse zahlen Haushalte bis zu einem Grundverbrauch von 2900 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr maximal zehn Cent/kWh (netto), die restlichen Kosten übernimmt zumindest bis zu einem Differenzbetrag von 30 Cent/kWh bis 1. Juli 2024 der Staat. „Wenn man jetzt im September einen Neuvertrag mit einjähriger Bindung abschließt, zahlt man dann noch zumindest zwei Monate den vollen Tarif.“

Die Presse

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