Größte Freiflächen-Solarthermie-Anlage Österreichs eröffnet

20. September 2023, Mürzzuschlag

Die aktuell größte Freiflächen-Solarthermieanlage Österreichs wurde am Mittwoch im obersteirischen Mürzzuschlag eröffnet. Die Anlage umfasst eine Kollektorfläche von 7.000 Quadratmetern. Diese können mit fünf Megawatt Leistung rund 420 Wohnungen in Mürzzuschlag mit Wärme aus Sonnenenergie versorgen. Insgesamt flossen rund 1,1 Mio. Euro in das Vorzeigeprojekt.

Die vom Grazer Solar-Pionier SOLID Solar Energy Systems für die Stadtwerke Mürzzuschlag GmbH geplante und errichtete Anlage speist in das örtliche Fernwärmenetz ein und versorgt damit Wohnungen mit Wärme aus der Sonne. In den Sommermonaten wird die in Mürzzuschlag benötigte Wärme künftig zur Gänze solar erzeugt und ersetzt bisher mit Erdgas betriebene Heizkessel. Jährlich können auf diese Weise rund 1.000 Tonnen CO2 eingespart werden, hieß es.

Die Anlage wurde auf einem ehemaligen Skihang – der Mayerhoferwiese in Mürzzuschlag – errichtet. Schon aus der Ferne kann man die imposante solare Großanlage auf dem steilen Gelände erkennen. Ursprünglich wurde sie auf 5.000 Quadratmeter ausgelegt und in diesem Umfang im Jahr 2020 in Betrieb genommen. Nun sind weitere 2.000 Quadratmeter Kollektorenfläche hinzugekommen.

Der Klima- und Energiefonds förderte die Erweiterung mit 470.000 Euro. Geschäftsführer Bernd Vogl betonte, dass es sich dabei um die größte Anlage Österreichs handle. Für ihre Vorbildfunktion wurde die Anlage bereits mit dem Energy Globe Styria prämiert und war auch Teil des Großforschungsprojekts ThermaFLEX, das im Juni 2023 mit dem Energy Globe Austria ausgezeichnet wurde.

Das Land Steiermark unterstützte die Erweiterung mit 280.000 Euro. Umweltlandesrätin Ursula Lackner (SPÖ) betonte die Wichtigkeit des Projektes für die Transformation des Energiesystems: „Die Energiekrise im letzten Winter hat nochmals deutlich unterstrichen, wie fatal die Abhängigkeit von Öl und Gas ist. Nicht nur für unser Klima, sondern auch für eine sichere Energieversorgung in unserem Land.“

Sieben Wärmespeicher mit insgesamt 420 Quadratmeter stellen einen solaren Wärmeanteil von circa zehn Prozent über das gesamte Jahr gesehen sicher. Erste solarthermische Großanlagen hätten sich bereits als Grundpfeiler auf dem Weg zu einer ökologischen Wärmewende bewährt, nun gelte es, das Konzept auf ganz Österreich auszurollen, betonte SOLID-CEO Stephan Jantscher. „Neben klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen sind ausreichende Förderungen durch Bund und Land notwendig. So bekommen die Kommunen und Energieversorgungsunternehmen Planungssicherheit für die Umsetzung innovativer und nachhaltiger CO2-freier Alternativen zur Wärme- und Kälteerzeugung, wie der Solarthermie“, wie Jantscher ausführte.

Betrieben wird die Anlage vom eigens gegründeten Unternehmen SolarWärme MZ GmbH, welches auch die Wärme an die Stadtwerke Mürzzuschlag liefert. Die Stadtwerke Mürzzuschlag betreiben ein Fernwärmenetz mit einer Trassenlänge von etwa 15,3 Kilometern, das neben vielen Privathaushalten auch Großkunden versorgt. Bisher stammte die gelieferte Wärme aus Erdgas und zu 85 Prozent aus regionaler Biomasse. Ziel der Stadtwerke Mürzzuschlag ist es, bis zum Jahr 2030 den Anteil erneuerbarer Energie auf annähernd 100 Prozent zu steigern.

APA

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