LNG-Terminal Mukran auf Rügen hat Probebetrieb aufgenommen

26. Feber 2024, Berlin
LNG-Tanker läuft in Mukran ein
 - Sassnitz-Mukran, APA/dpa

Der umstrittene deutsche Flüssiggas-Terminal in Mukran auf Rügen hat am Samstag seinen Probebetrieb aufgenommen. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern habe die Genehmigung erteilt, teilte die Betreiberfirma Deutsche ReGas mit. Das Spezialschiff „Energos Power“ erreichte demnach bereits den Industriehafen. Deutschland verfügt damit neben Wilhelmshaven, Lubmin, Brunsbüttel und Stade über einen weiteren Standort zur Anlandung von sogenanntem LNG

„Das sichert Deutschlands Energieunabhängigkeit und die Produktionsfähigkeit vieler Unternehmen“, sagte der Ostbeauftragte der deutschen Regierung, Carsten Schneider (SPD), der Nachrichtenagentur Reuters, am Samstag. „Dass innerhalb weniger Monate das Terminal errichtet und die nötigen Leitungen gelegt werden konnten, ist ein Beweis für das neue Deutschland-Tempo und sollte ein Vorbild für weitere Infrastruktur-Projekte sein.“

Der Probebetrieb habe zum Ziel, alle land- und schiffseitigen Systeme zu testen und in Betrieb zu nehmen, teilte das Unternehmen mit. Die „Energos Power“ sei das erste von zwei für den Terminal geplanten Regasifizierungsschiffen. Im Frühjahr dieses Jahres werde dann auch die „Neptune“ den Hafen in Lubmin verlassen und nach notwendigen Umrüstarbeiten im Sommer den Betrieb in Mukran aufnehmen. An Bord der „Energos Power“ sei Flüssiggas, das jetzt aus Norwegen gekommen und vor wenigen Tagen im französischen Montoir vom LNG-Tanker „Maran Gas Marseille“ übernommen worden sei.

Die Deutsche ReGas sei jetzt in der Lage, einen größeren Beitrag zur Versorgungssicherheit Deutschlands, insbesondere des Osten Deutschlands, und auch der osteuropäischen Nachbarländer zu leisten, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Stephan Knabe. Die Deutsche ReGas betreibt derzeit in Lubmin den bisher einzigen privat finanzierten schwimmenden Flüssiggas-Terminal in Deutschland. Sowohl in Lubmin als auch in Mukran ist auch die Errichtung sogenannter Wasserstoff-Elektrolyseuren in Planung, um später Wasserstoff importieren zu können.

Seit Monaten hatte es Streit um die LNG-Anlandeanlage vor Rügen gegeben, deren Bau das deutsche Regierungskabinett im Mai 2023 beschlossen hatte. Während Umweltschützer und Kommunalpolitiker geklagt hatten, betonte die Bundesnetzagentur, dass LNG-Importe über die Ostsee eine notwendige Versicherung für Versorgungsengpässe beim Gas seien.

Die Regierung in Berlin hatte sich entschieden, LNG-Kapazitäten an den deutschen Küsten aufzubauen, um Ersatz für die früheren Gaslieferungen aus Russland zu ermöglichen. Neben dem Pipelinegas etwa aus Norwegen ist deshalb der Import von US-amerikanischen LNG (Liquefied Natural Gas) erheblich gestiegen. Dafür bedarf es der Anlandeanlagen an der Küste, von denen aus das gelieferte Erdgas dann in die Pipelines eingespeist wird. Bis zur Bereitstellung fester Terminals setzt Deutschland schwimmende Speicher- und Wiederverdampfungsterminals (FSRUs) ein.

„Flüssiggas kann nur eine Zwischenstation sein auf dem Weg zur Klimaneutralität, deshalb ist auch diese Infrastruktur dafür angelegt, in Zukunft grünen Wasserstoff zu transportieren“, sagte der Ostbeauftragte Schneider mit Blick auf die Anlage in Mukran. „Darin liegt auch eine große Chance für das Energieland Mecklenburg-Vorpommern.“

APA/Reuters

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