Selenskyj warnt vor Angriffen auf Gas-Infrastruktur

17. Mai 2024, Kiew (Kyjiw)
Russland hat mit seinem Raketenarsenal auch Gasspeicher im Visier
 - Moscow, APA/AFP

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt vor Gefahren auch für Europa durch russische Raketenangriffe auf das Gastransportsystem. Darüber habe er am Donnerstag mit dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk gesprochen, berichtete Selenskyj abends in seiner Videobotschaft. Attacken auf die Gasinfrastruktur in der Westukraine stellten eine Gefahr für alle in Europa dar, „nicht nur für uns, sondern auch für unsere Nachbarn.“

„Dagegen müssen wir gemeinsam vorgehen“, sagte Selenskyj. Die russische Luftwaffe hatte Ende März mit Marschflugkörpern und Raketen die oberirdischen Anlagen eines großen unterirdischen Gasspeichers beschossen. Dabei seien Schäden entstanden, teilte der Gaskonzern Naftogaz mit. Genau wurde der Ort nicht genannt; Experten vermuteten, dass es um den größten Speicher nahe der westukrainischen Stadt Stryj geht.

Trotz des Krieges leitet die angegriffene Ukraine noch bis Ende 2024 russisches Gas in die EU durch. Sie nutzt die unterirdischen Kavernen aber auch zur Lagerung ihres eigenen Erdgases und bietet sie den EU-Nachbarländern als Speicher an.

In der Videobotschaft dankte Selenskyj der dänischen Regierung für ein Paket mit Rüstungshilfen von 750 Millionen Euro. Es umfasse vor allem Flugabwehr und Artilleriemunition, sagte er. Die Ukraine wehrt seit mehr als zwei Jahren eine russische Invasion ab.

APA/dpa

Ähnliche Artikel weiterlesen

Keine Vorgabe für Gerichte zur Exekution von Gazprom-Geldern

19. Juni 2024, Wien/St. Petersburg/Düsseldorf
Es geht um viel Geld
 - Saint Petersburg, APA/AFP

Gazprom Export begründet OMV-Klage mit EU-Sanktionen

27. Mai 2024, St. Petersburg/Wien/Stockholm
OMV-Konflikt mit Gazprom
 - Moscow, APA/AFP

Gazprom in den roten Zahlen

13. Mai 2024, Moskau
Europa-Geschäft läuft auf kleiner Flamme
 - Moscow, APA/AFP (Themenbild)

Russland drohen schmerzhafte Sanktionen bei LNG-Geschäften

8. Mai 2024, Brüssel/Moskau
Der Hafen Zeebrugge soll nicht mehr von Russland genutzt werden dürfen
 - Zeebrugge, APA/Belga