Tiwag 2023 mit Gewinn-und Umsatzrückgang

29. Mai 2024, Innsbruck
Photovoltaik-Anlage der Tiwag in Jenbach
 - JENBACH, APA

Der landeseigene Tiroler Energieversorger Tiwag hat im Geschäftsjahr 2023 Rückgänge bei Umsatz wie Gewinn verzeichnet. Das Konzernergebnis vor Steuern sank von 212 Mio. Euro im Jahr 2022 auf nunmehr rund 195 Mio. Euro, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Konzernumsatz schrumpfte indes deutlich von rund 3 Mrd. Euro auf etwa 2,5 Mrd. Euro. Als Ursache für letzteres wurden die „nachgebenden Energiepreise“ angeführt.

Hinsichtlich des Gewinnergebnisses sprachen die Verantwortlichen davon, dass dieses „trotz des schwierigen Umfelds stabil gehalten“ habe werden können. Das Land als Eigentümer darf sich indes über eine erhöhte Dividendenausschüttung von 50,5 Mio. Euro freuen. Zudem wurde daran erinnert, dass derzeit bis zu 60 Mio. Euro im Rahmen des „Tiwag-Stromkostenentlastungspakets“ an die Kunden zurückfließe. Auch investiert wurde kräftig: Im abgelaufenen Geschäftsjahr seien es 350 Mio. Euro gewesen, für 2024 waren Investitionen in Höhe von rund 570 Mio. Euro vorgesehen.

Überhaupt werde in den kommenden Jahren ein Rekordbudget umgesetzt, wurde betont: Neben den laufenden Kraftwerksprojekten im Kühtai und Osttirol würden mit über 700 Mio. Euro so viele Mittel wie noch nie in den Netzausbau fließen. Im Bereich der neuen Technologien plane das Tochterunternehmen Tinext neue Projekte im Ausmaß von rund 110 Mio. Euro – darunter eine Offensive im Bereich der Photovoltaik sowie dem Ausbau der regionalen Fernwärme. Zur Finanzierung dieses Investitionsvolumens müsse das Landesunternehmen an den Finanzmärkten Fremdkapital bis zu 800 Mio. Euro aufnehmen.

Unternehmens- bzw. Strompreispolitik der Tiwag war heuer und vor allem im vergangenen Jahr permanent im Fadenkreuz gestanden. Die Arbeiterkammer und deren Chef Erwin Zangerl (ÖVP) schossen sich heftig auf die Verantwortlichen ein und fuhren auch schwere juristische Geschütze auf. Die AK-Kritik gipfelte in vier, über den Verein für Konsumenteninformation (VKI), eingebrachte Klagen gegen das Landesunternehmen. Nachdem die Interessensvertretung mit einer Musterklage vor dem Bezirksgericht Innsbruck gegen die Tiwag wegen einer offenbar nicht gerechtfertigten Strompreiserhöhung 2022 in erster Instanz obsiegt hatte, lenkte der Landesenergieversorger ein. Man einigte sich schließlich auf ebenjenes 60 Mio. Euro schwere Paket für Haushalte, Unternehmen und Landwirtschaft. Weiterer Kernpunkt des verhandelten „Friedens-Pakts“: Die Tiwag kündigte mit 1. Juli eine nächste Strompreissenkung von derzeit 12,7 c/kWh netto (15,24 c/kWh brutto) auf 11,8 Cent netto (14,16 c/kWh brutto) an. Letzteres wurde auch am Mittwoch bekräftigt. „Damit kehren wir nach den Preisausschlägen im Vorjahr endlich wieder auf ein normales Niveau zurück und zählen auch weiterhin zu den günstigsten Landesversorgern“, erklärte Tiwag-Vorstandsvorsitzender Erich Entstrasser.

Zuletzt wurde dem Energieversorger – nach einer Anweisung von Landeshauptmann und Eigentümervertreter Anton Mattle (ÖVP) – auch eine Änderung bzw. Ergänzung seiner Satzung verpasst. Konkret wurde darin ein „kostengünstiger“ Preis als Zieldefinition festgelegt und als öffentliches Interesse festgeschrieben.

Entstrassers Zeit an der Tiwag-Spitze nähert sich indes ihrem Ende. Er geht mit kommendem Jahr in Pension. Die Nachfolge-Suche laufe auf Hochtouren, hieß es am Mittwoch. Derzeit würden Gespräche mit potenziellen Kandidaten laufen. Das Verfahren werde von mehreren externen Headhunter-Teams begleitet. Spätestens im Herbst soll die Nachfolge feststehen.

APA

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