Sonnenpark bekommt einen Bruder

2. Juli 2024, Eugendorf

Nach der Photovoltaikanlage in Eugendorf plant die Salzburg AG einen weiteren großen Solarpark auf einer landwirtschaftlichen Fläche im Flachgau.

Die Energie der Sonne soll künftig im Bundesland Salzburg noch viel intensiver genutzt werden. So ist im nördlichen Flachgau ein Agri-Solarpark (oder auch „Energiefeld“) auf den Wiesen eines Landwirts geplant. Es geht um einen Standort im Gemeindegebiet von Göming bei Oberndorf: in der Nähe der Erdgasanlagen der RAG Austria AG (früher Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft), konkret im Bereich einer Gasspeicherstation im Ortsteil Kemating.

Die Göminger Gemeindevertretung hat vor Kurzem beschlossen, das Verfahren zur Kennzeichnung dieser Fläche im Flächenwidmungsplan einzuleiten, bestätigen Bürgermeister Werner Fritz (ÖVP) und Amtsleiterin Maria Kreil. Einstimmig war dieser Beschluss allerdings nicht. Das Abstimmungsverhältnis lautete 6 zu 3. Der Großteil der Gemeindepolitiker steht dem Vorhaben für eine quasi grüne Stromerzeugung positiv gegenüber.

„Wir wollen einen Beitrag für die erneuerbare Energie leisten“, erklärt der Ortschef. Bezüglich der Optik einer PV-Anlage auf der Wiese dürfte die Gemeinde keine Bedenken haben. „Dieser Standort passt, weil dort eine Industrieanlage für das Erdgas steht.“ Ursprünglich hätten die Projektbetreiber eine Fläche in der Nähe des Hauptorts bevorzugt. „Aber das tun wir nicht“, sagt Werner Fritz. Auch für die Zukunft wisse er nicht, wo noch ein weiterer Standort in Göming infrage kommen könnte. Zwischen den Modulen wird der landwirtschaftliche Grund weiterhin (etwa mit nicht allzu großen Traktoren) bewirtschaftet werden können. Das gilt auch für die schon bestehende PV-Anlage in Eugendorf-Schwaighofen.

Laut Bürgermeister habe die Salzburg AG Göming angeboten, dass sich Bürgerinnen und Bürger an dem Energieprojekt wirtschaftlich beteiligen können. „Das werden wir erst überlegen“, fügt Fritz hinzu.
Das Energieunternehmen bestätigt, das Projekt in Göming verwirklichen zu wollen. Salzburg-AG-Sprecher Michael Frostel sagt: „Wir treiben die Energiewende und damit die Dekarbonisierung weiter voran und investieren auch in Photovoltaik.“ In Göming sei eine ähnliche Anlage wie in Eugendorf geplant: mit einer Höchstleistung von 2270 Kilowatt Peak (kWp) und einer ähnlichen Jahreserzeugung von 2,6 Millionen Kilowattstunden. Das wäre der durchschnittliche Jahresverbrauch von rund 700 Haushalten.

Frostel: „Der Unterschied zu Eugendorf ist, dass in Göming wahrscheinlich sogenannte Tracker, also Module, die beweglich sind und dem Sonnenstand folgen, kommen sollen.“

Die innovative Agri-PV- Anlage in Eugendorf sei seit Ende März dieses Jahres am Stromnetz. Die offizielle Eröffnung werde erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Der Park befindet sich in einer sonnigen Hanglage hin zur Nachbargemeinde Koppl.

In einer Bürgerbeteiligung über das regionale Salzburg-AG-Crowdfunding Investing Green investierten etwa 40 Personen circa 250.000 Euro. Das Fundingziel von 250.000 Euro wurde im Jänner erreicht, wodurch sich eine Warteliste ergeben hat. Die Investitionsform ist ein qualifiziertes Nachrangdarlehen. Die Zinsen betragen 4,0 Prozent pro Jahr. Die Vertragslaufzeit ist fünf Jahre. Die Tilgung erfolgt jährlich ab 31. Dezember 2024.

Die Anlage in Eugendorf wurde auf einer Fläche von etwa sechs Hektar errichtet. Das Vorhaben hatte hauptsächlich die Gemeinde – auch als Eigentümer eines Teils der Fläche – initiiert. Anfang Oktober 2023 war Baubeginn. Die Investitionskosten wurden mit 2,65 Millionen Euro angegeben.

Die Frage, ob mit weiteren derartigen Vorhaben im Bundesland zu rechnen ist, beantwortet der Salzburg-AG-Sprecher so: „Derzeit planen wir keine weiteren Agri-PV-Anlagen.“

von Thomas Auinger

Salzburger Nachrichten

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