
Die Idee ist vielversprechend: Strom wird lokal produziert, lokal verbraucht – umweltfreundlich und günstig ist das auch noch. Die Gemeinde Rosental nutzt das Prinzip schon.
Das Prinzip einer sogenannten Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft ist denkbar simpel: Mindestens zwei Parteien mit insgesamt mindestens einer Erzeugungsanlage, etwa einer PV-Anlage, tun sich zusammen.
Die Energie, die mit der Anlage erzeugt wird, wird gemeinschaftlich verbraucht. Heißt: Wenn ein Objekt mehr Strom erzeugt, als es verbraucht, wird es automatisch auf die anderen Objekte in der Gemeinschaft aufgeteilt. Mitmachen können Privatpersonen, Klein- und Mittelbetriebe sowie Gemeinden. Für größere Unternehmen gibt es mit der Gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage ein eigenes Modell.
Die Gemeinschaften organisieren sich als Vereine oder Genossenschaften. Die Vorteile: Auch Menschen, die über keine PV-Anlage verfügen, können so umweltfreundlichere Energie zu vergünstigten Tarifen nutzen. Sowohl Strom- als auch Wärmeversorgung sind in einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft möglich. Die lokale Nähe ist aber ein entscheidender Faktor. Denn eine EEG muss sich im Umfeld ihrer Erzeugungsanlage befinden.
Die Gemeinde Rosental hat eine solche Gemeinschaft bereits vor rund einem Jahr zusammen mit dem Anbieter Bioenergie Köflach gegründet. Mittlerweile wird das gesamte öffentliche Stromnetz von Rosental von der EEG versorgt. Wenn also der Sonnenstrom aus der PV-Anlage auf dem Dach des Veranstaltungszentrums nicht vollständig verbraucht wird, kann etwa der Kindergarten damit versorgt werden. So würden auch den Steuerzahlern langfristig Gebühren erspart, teilt die Gemeinde mit.
Jetzt ruft Bürgermeister Johannes Schmid Einwohnerinnen und Einwohner dazu auf, sich der Gemeinschaft anzuschließen. Denn dem Großteil der Bevölkerung – mit Ausnahme der Siedlungen Kreuzberg und Puchbach, die aus netztechnischen Gründen nicht teilnehmen können – könne ein Arbeitspreis von 9 Cent pro kWh angeboten werden, die Kosten des Netzbetreibers sollen außerdem um 30 Prozent sinken.
Um Interessierte zu informieren, lud die Gemeinde kürzlich zu einer Infoveranstaltung. Der Vortragende Roland Matous ist Geschäftsführer der E.GON GmbH, eine Online-Plattform für die Verwaltung von Energiegemeinschaften. Mehr als 300 Energiegemeinschaften mit insgesamt 30.000 Nutzern betreut er mit seinem Team in Österreich. Rund 100 Rosentalerinnen und Rosentaler folgten der Einladung.
von Anna Dunst
Kleine Zeitung