Energiekonzern RWE steigerte Gewinn

16. März 2021, Essen
Dividende von 85 Cent angekündigt
 - Essen, APA (dpa)

Der Vorstandschef des Energiekonzerns RWE, Rolf Martin Schmitz, verabschiedet sich mit einem Milliardengewinn von seinem Posten. Der Stromerzeuger erzielte im vergangenen Jahr ein bereinigtes Nettoergebnis von 1,2 Mrd. Euro, wie RWE mitteilte. „Das vergangene Geschäftsjahr ist für RWE hervorragend gelaufen – trotz der herausfordernden Coronakrise“, wird Schmitz in der Mitteilung zitiert. RWE habe die eigene Prognose deutlich übertroffen.

Schmitz gibt Ende April den Vorstandsvorsitz bei RWE an Finanzchef Markus Krebber ab. Eine Vergleichszahl für das Ergebnis im Geschäftsjahr 2019 veröffentlichte RWE nicht. Die Geschäftsbilanz bildet erstmals den Austausch der Geschäftsfelder mit dem langjährigen Konkurrenten Eon komplett ab. RWE hatte von Eon und seiner Tochter Innogy die erneuerbaren Energien übernommen. Eon erhielt das Netz- und Kundengeschäft von Innogy.

Für das laufende Jahr rechnet RWE mit weniger guten Geschäften. Laut Mitteilung soll das bereinigte Nettoergebnis 2021 zwischen 750 Mio. und 1,1 Mrd. Euro liegen. Wegen des heftigen Winterwetters in den USA standen dort RWE-Windkraftanlagen still. Die Essener mussten für viel Geld Strom zukaufen. Der Konzern rechnet deshalb mit finanziellen Einbußen in dreistelliger Millionenhöhe.

Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll 2021 ebenfalls sinken auf 2,65 bis 3,05 Mrd. Euro. Beim bereinigten Ebit geht RWE von 1,15 bis 1,55 Mrd. Euro aus. Die Dividende will der Konzern wegen der guten Finanzlage im laufenden Jahr allerdings erhöhen: Die Aktionäre sollen für 2021 je Aktie 0,90 Euro erhalten. Der Ausblick entspricht in etwa den Erwartungen der Analysten, nur beim bereinigten Ebitda lagen die Schätzungen ein wenig höher.

„Unsere Finanzlage hat sich 2020 weiter verbessert“, erklärte Finanzvorstand Krebber laut Mitteilung. Das liege an einem starken operativen Geschäft aber auch an der getätigten Kapitalerhöhung. Das abgelaufene Geschäftsjahr hat RWE besser beendet als erwartet. Vor allem der Energiehandel hatte zum Jahresende noch mal Fahrt aufgenommen. Vorläufige Zahlen hatte RWE bereits Anfang Februar veröffentlicht.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag 2020 bei 3,2 Mrd. Euro. Das Management hatte zuvor mit maximal 3 Mrd. Euro gerechnet. So viel hatte der Konzern ein Jahr zuvor auf pro Forma Basis erzielt. Das bereinigte Ebit stieg auf 1,8 Mrd. Euro. Das lag ebenfalls über den Unternehmenserwartungen von höchstens 1,5 Mrd., nach ebenfalls 1,5 Mrd. Euro 2019 auf pro Forma Basis.

Im vergangenen Jahr stand für RWE auch der Ausbau der Erneuerbaren Energien im Fokus. Bis Ende 2022 will das Unternehmen sein Portfolio an Windkraft- und Solaranlagen von über 9 Gigawatt (GW) auf mehr als 13 GW erweitern, erklärt RWE am Dienstag. Gleichzeitig schreite der Ausstieg aus der Kohle konstant voran.

APA/dpa

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