Gewinner im Kampf gegen CO2

19. Juli 2021

In der Normandie, 20 Kilometer vor Le Havre, starten der französische Gasespezialist Air Liquide und der deutsche Industriekonzern Siemens eines der weltgrößten Projekte zur Gewinnung von grünem Wasserstoff.

Mithilfe erneuerbarer Energie sollen täglich 80 Tonnen Wasserstoff hergestellt werden. Mit 200 Megawatt wird die neue Anlage zehnmal so groß wie die bisher größte Produktion dieser Art, die Air Liquide derzeit in Kanada betreibt. Bis 2035 will Air Liquide den jährlichen Umsatz im Wasserstoffgeschäft auf sechs Milliarden Euro verdreifachen. Der wichtigste Antrieb kommt aus dem Geschäft mit grünem Wasserstoff, der ohne oder mit geringem CO2 – Ausstoß hergestellt wird – meist mithilfe von Solar- oder Windenergie.


Planbaren Zuwachs bringen Langfristverträge. Mit dem chinesischen Stahlkonzern Jiangsu Shagang hat Air Liquide gerade ein Abkommen über die Lieferung von Industriegasen über 20 Jahre geschlossen. Auch hier war entscheidend, dass Jiangsu mithilfe der neuen Anlage von Air Liquide seine CO2 – Emissionen wesentlich verringern kann. Von der Elektrolyse über die Luftzerlegung bis zum Transport und der Speicherung von Gasen: All diese Techniken machen Air Liquide zu einem Gewinner im Kampf gegen CO2 . Die Kunden kommen aus vielen Branchen (Stahl, Energie, Medizintechnik, Elektronik); das stabilisiert das Geschäft. 2021 dürften der Umsatz mit gut 21 Milliarden Euro und der Nettogewinn mit 2,6 Milliarden Euro Spitzenwerte erreichen. Dass Air Liquide um fast ein Fünftel günstiger bewertet ist als Konkurrent Linde, gibt der Aktie Nachholpotenzial.

Wirtschaftswoche

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