Gaspreise geben Uniper Schwung

5. November 2021, Düsseldorf

Die hohen Energiepreise schieben das Geschäft des Energiekonzerns Uniper an. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 405 auf 614 Mio. Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss folge im Wesentlichen dem bereinigten Ergebnis, teilte das MDAX-Unternehmen am Freitag in Düsseldorf mit. Dieser stieg ebenfalls um mehr als die Hälfte auf 487 Mio. Euro.

„Wir erleben derzeit einen globalen Wettbewerb bei der Nachfrage nach Gas“, sagte Finanzchefin Tiina Tuomela laut Mitteilung. Entsprechend schnellte der Ergebnisbeitrag des Segments Globaler Handel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 288 auf 771 Mio. Euro in die Höhe. Zu dem Geschäftsbereich gehören beispielsweise die Versorgung, der Transport und die Speicherung von Erdgas.

Gas hat sich genau wie Öl und Kohle in den vergangenen Monaten stark verteuert. Der Preis schwankt auf hohem Niveau stark, ist aber immer noch fast doppelt so hoch wie Anfang April.

Auch Unipers Sparte Europäische Erzeugung liegt mit gut 28 Prozent Zuwachs beim bereinigten operativen Gewinn über dem Vorjahreszeitraum. Diese umfasst im Wesentlichen den Kraftwerk-Park des Unternehmens in den Kernmärkten Deutschland, Großbritannien, Schweden und den Niederlanden. Das Ergebnis im Segment Russische Stromerzeugung habe auf Vorjahresniveau gelegen.

Der Rückenwind der steigenden Energiepreise für Uniper kommt auch dem Aktienkurs zugute. Seit Jahresanfang steht ein Plus von fast 40 Prozent zu Buche. Am Freitag ging es jedoch um 0,2 Prozent abwärts. Mit knapp 39 Euro lag der Kurs aber nahe der Rekordhöhen der vergangenen Tage.

Unipers Nettoverschuldung sank im Vergleich zum Jahreswechsel bis Ende September vor allem dank eines höheren Barmittelzuflusses. Dieser belief sich vor Steuern und Zinsen auf knapp 2,4 Mrd. Euro. Finanzchefin Tuomela erwartet jedoch, dass sich der Barmittelzufluss normalisiert. Es seien momentan „außergewöhnliche“ Zeiten, sagte sie in einer Telefonkonferenz.

Der positiven Geschäftsentwicklung steht das sogenannte Carbon Phasing gegenüber. Dieser temporäre Effekt ist nicht zahlungswirksam. Uniper sichert sich dabei mit höheren Rückstellungen gegen steigende CO2-Preise ab, der Verlust baut sich quartalsweise auf. Die Absicherungsgeschäfte die dem entgegenwirken, werden erst zum Jahresende wirksam.

Erste Eckdaten hatte Uniper bereits Ende Oktober vorgelegt und dabei auch die Prognose für das Gesamtjahr erhöht. Im Gesamtjahr erwartet das Management demnach nun ein bereinigtes Ergebnis von 1,05 bis 1,3 Mrd. Euro. Unter dem Strich sollen laut Uniper zwischen 0,85 und 1,05 Mrd. Euro übrig bleiben.

Analysten erwarten die Ergebnisse zwar eher am unteren Ende der Spannen, aber auch dann könnte Uniper bei beiden Werten das Vorjahresniveau übertreffen. Branchenexperte John Musk von der kanadischen Bank RBC erwartet, dass Analysten ihre Schätzungen in den kommenden Tagen anheben.

APA/dpa

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