Österreichs Speicher zu 40 Prozent gefüllt

22. Juni 2022

So wichtig ist Pipeline Nord Stream 1

Die heimischen Gasspeicher sind gut gefüllt, die Versorgung ist trotz der Gas-Drosselung uneingeschränkt gewährleistet: Politik und Energiewirtschaft räumten am Freitag Ängste über einen möglichen Gasnotstand in Österreich aus. Die wichtigsten Fragen zum Pipeline-Aufreger.

Wie wichtig ist Nord Stream 1 für Europa und Österreich? Die 1.224 Kilometer lange Ostseepipeline Nord Stream 1 ist die Hauptversorgungsleitung für Gas aus Sibirien nach Deutschland. Die Endpunkte sind Wyborg in Russland und Lubmin in Mecklenburg. Von dort wird das Gas nach Tschechien, Österreich, Frankreich und Italien weitergeleitet. Im Vorjahr wurden rund 59 Milliarden Kubikmeter Gas nach Deutschland transportiert. Laut Nord Stream AG können über die Pipeline 26 Millionen europäische Haushalte mit Gas versorgt werden.

Wie ist die Lage in Österreich? Die Gasspeicher, die circa einen Jahresverbrauch bunkern, sind derzeit zu etwa 40 Prozent gefüllt. Das entspricht einer Füllmenge von rund 38,9 Terawattstunden. Der Gasspeicher Haidach in Salzburg ist jedoch nicht an das österreichische, sondern an das deutsche Gasnetz angeschlossen. Der monatliche Verbrauch um diese Jahreszeit beträgt ca. vier Terawattstunden, wobei zwei Drittel davon auf die Industrie entfallen. Im Vorjahr hat Österreich etwa 96 TWh Gas verbraucht. Neben Russland bezieht Österreich Gas aus dem kaspischen Raum, Nordafrika und Norwegen.

Warum fließt jetzt weniger Gas? Laut russischen Angaben verzögern fehlende Bauteile die Wartungsarbeiten an der Pipeline. Der deutsche Elektrotechnik-Konzern Siemens Energy kann die in Kanada überholten Gasturbinen für eine Verdichterstation wegen der Russland-Sanktionen nicht liefern.

Wem gehört NordStream 1 überhaupt? Die Nord Stream AG ist ein Konsortium, das zu 51 Prozent im Eigentum der Gazprom steht.

49 Prozent halten deutsche, französische und niederländische Firmen, darunter Wintershall und E.ON.

Kurier

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