Linz AG hält Preise und hat Gas für ein Jahr eingelagert

11. Juli 2023

Nachzahlungen für Kunden hielten sich bisher in Grenzen

Die Linz AG hat gestern eine Preisgarantie für Bestandskunden über den Winter angekündigt: Die aktuellen Preise von 18,90 Cent inklusive Mehrwertsteuer für die Kilowattstunde Strom und neun Cent für Gas werden bis 31. März 2024 gehalten, sagte Generaldirektor Erich Haider bei einer Pressekonferenz. 95 Prozent der Kunden seien Stammkunden und würden von den vergleichsweise günstigen Tarifen profitieren.

Neukunden (aus 2022 und heuer) zahlen ab Oktober 28 Cent für Strom bzw. 15,82 Cent (jeweils inkl. Umsatzsteuer). Zu großen Nachzahlungen sei es bei den Kunden der Linz AG nicht gekommen: 69 Prozent der 205.000 Stromkunden hätten bei den Jahresabrechnungen, die im ersten Halbjahr 2023 verschickt worden seien, sogar mit einem Guthaben abgeschlossen, sagte Haider.

Bei den 33.000 Erdgaskunden war es mit 47 Prozent knapp die Hälfte, bei Fernwärme (87.000 Kunden) 64 Prozent. Unterm Strich lagen die Vorauszahlungen vier Millionen Euro über den tatsächlichen Abrechnungen. Der Linzer Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Luger betonte den hohen Wert der Versorgungssicherheit: Derzeit sind die Gasspeicher, die sich die städtische Linz AG gesichert hat, zu 93 Prozent oder 692 Gigawattstunden gefüllt. Die Speicherkapazitäten (im RAG-Speicher in Puchkirchen und in Straßwalchen) umfassen mit 745 GWh einen Bedarf der Heizperiode.

Um ganz sicher zu sein – falls der Bund Gas benötige -, sei auch das Holzlager beim Biomasseheizkraftwerk Linz-Mitte bereits gefüllt, so Haider. Mit 350.000 Festmetern sei ein Vollbetrieb über den Winter möglich. Zusätzlich seien Kapazitäten in der Abfallverbrennung vorhanden. Die Heizöl-Tanklager für zwei Fernheizkraftwerke seien sicherheitshalber ebenfalls voll.

Der Weg weg vom Erdgas

Der Weg weg vom Gas werde konsequent fortgesetzt, sagte Haider. Mit dem in Bau befindlichen Wärmewandler soll der Erneuerbaren-Anteil von 40 auf 60 Prozent gesteigert, ab 2035 sollen mit mehr Biomasse 80 Prozent erreicht werden. Die Abwärmeversorgung aus der Großindustrie sei dann das „Traumkonzept“, das eine völlige Abkehr vom Gas ermögliche. Derzeit fänden Gespräche mit viel gegenseitigem Verständnis statt. Aber: Die voestalpine liefere Produkte für den Weltmarkt und nicht für die Wärmeversorgung der Stadt Linz, so Haider.

Eine EU-weite Anstrengung sollte die Finanzierung des Netzausbaus sein, forderte der Linz-AG-Chef. Luger ergänzte, die Investitionen seien regional und national nicht lösbar, wenn in Linz die voestalpine den Stahl mit Wasserstoff und sauberem Strom herstelle. (sib)

„Wir sind doppelt abgesichert, die Gas- speicher sind schon jetzt zu 93 Prozent voll, und auch das Holzlager deckt eine Heizperiode ab.“

von Erich Haider

Oberösterreichische Nachrichten

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