Uniper erhält aus Russland weiter reduzierte Gasmengen

4. Juli 2022, Düsseldorf
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Der kriselnde deutsche Energiekonzern Uniper kämpft weiter mit reduzierten Gasliefermengen aus Russland über die Nord Stream 1 Pipeline. „Wir sind immer noch – wie in den letzten Tagen – bei rund 40 Prozent der von uns nominierten Mengen, die in Deutschland ankommen“, erklärte die Tochter des finnischen Versorgers Fortum am Montag. Uniper hatte wegen der hohen Belastungen durch den Kauf von Gasersatzmengen am Spot Markt nach Hilfe vom deutschen Staat gerufen.

Mögliche Maßnahmen wolle man derzeit nicht kommentieren, hieß es nun. Die deutsche Regierung will Regierungs- und Koalitionskreisen zufolge eine mögliche Stützung von Gasunternehmen wie Uniper bis hin zu einem staatlichen Einstieg gesetzlich verankern. Ein entsprechender Paragraf solle zusätzlich im Energie-Sicherungsgesetz verankert werden, sagten mit den Planungen Vertraute am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

Als Muster dafür sollten Instrumente des Wirtschafts-Stabilisierungsfonds (WSF) dienen, der in der Coronakrise aufgelegt wurde. Mit ihm wurde auch die Lufthansa gerettet. Das Gesetz mit weiteren Regelungen wie der Option einer schnelleren und gleichmäßigen Weitergabe der stark gestiegenen Gasbeschaffungskosten soll noch am Freitag in Bundestag und Bundesrat beschlossen werden.

Eine Sprecherin des deutschen Wirtschaftsministeriums sagte, der Gesetzesentwurf des Energie-Sicherungsgesetz werde derzeit zwischen den Ministerien abgestimmt. Zu den Inhalten wollte sie sich nicht äußern.

Nachdem Russland seine vereinbarten Gaslieferungen stark gekürzt hat, ist der Importeur Uniper unter Druck geraten. Er muss die fehlenden Mengen jetzt teuer am Weltmarkt beschaffen, ist aber derzeit noch an die für seine Kunden vergleichsweise günstigen Verträge gebunden. Er hatte selbst bereits um Hilfen gebeten und auch eine Staatsbeteiligung ins Gespräch gebracht.

APA/ag

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