Kreml: Preisdeckel auf russisches Öl schadet allen

6. Oktober 2022, Moskau

Der Kreml hat den Preisdeckel auf russisches Öl als Teil des EU-Sanktionspakets gegen Russland als „absurd“ bezeichnet. Dies wirke sich sehr destruktiv auf die Energiemärkte aus und schade damit praktisch allen Staaten, sagte Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag in Moskau der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge.

„Natürlich verstehen viele Länder die Absurdität der abrupten Schritte, die jetzt in der Europäischen Union erwogen werden, ermutigt von den Vereinigten Staaten bei der Einführung von Preisobergrenzen“, so Peskow. Die Sprecherin des Außenministeriums in Moskau, Maria Sacharowa, sagte: „Unsere Antwort wird sein, die Ölexporte auf die Länder umzuleiten, die bereit sind, normal mit uns zusammenzuarbeiten.“ Dazu gehört etwa Indien als Großabnehmer.

Zuvor hatte die EU neue Sanktionen gegen Moskau als Reaktion auf die Scheinreferenden in den mittlerweile durch Russland annektierten Gebieten auf ukrainischem Gebiet erlassen. Teil des achten Sanktionspakets im Zuge des Ukraine-Konflikts ist unter anderem die rechtliche Grundlage für einen von den G7-Staaten unterstützten Preisdeckel auf Ölimporte aus Russland. So soll der Seetransport von Erdölprodukten und Rohöl aus Russland weltweit nur noch möglich sein, wenn das Öl unter einem bestimmten Preis gekauft wurde.

Kremlsprecher Peskow begrüßte zugleich die Entscheidung der Ölallianz OPEC+, die Ölproduktion zurückzufahren. Dies ziele darauf ab, den Ölmarkt zu stabilisieren. „Jeder ist an stabilen Märkten interessiert.“ Der Verbund aus 23 Staaten hatte am Mittwoch entschieden, von November an zwei Millionen Barrel (je 159 Liter) täglich weniger Öl zu fördern. Wegen der hohen Ölpreise erzielt die Energiegroßmacht weiter immense Milliardeneinnahmen, die auch der Finanzierung des Krieges dienen.

APA/dpa

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