Steigende Netzkosten: Beschluss fällt am 14. 12.

1. Dezember 2022

Die Novelle jener Verordnung, mit der österreichweit die Netzgebühren um 36 Prozent in die Höhe schnellen würden, soll laut E-Control von der Regulierungskommission am 14. Dezember „final beschlossen“ und veröffentlicht werden.

Wie jedes Jahr gehen wir weiter davon aus, dass die Netztarife mit 1. Jänner in Kraft treten“, teilt die E-Control mit. Wie berichtet, war Kritik an dieser zusätzlichen Belastung laut geworden.

Das Klimaschutzministerium verwies am Montag darauf, dass die E-Control die Möglichkeit habe, Netzentgelte zwischen Erzeugern und Endkundinnen bzw. Endkunden aufzuteilen. „Wir sind überzeugt, dass in der aktuellen Situation auch Energieunternehmen, die hohe Profite machen, einen gerechten Beitrag leisten können und sollen.“
Die E-Control hält davon augenscheinlich wenig. Zum einen ist eine Aufteilung beim Netznutzungsentgelt (mit dem Betrieb, Erhaltung und Ausbau des Stromnetzes abgegolten werden), der wertmäßig höheren, aber vergleichsweise stabilen Komponente, aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht möglich. Denn das Netznutzungsentgelt ist allein durch den Entnehmer – Haushalt, Gewerbe und Industrie – zu bezahlen.

Anders ist das beim Netzverlustentgelt, das infolge des stark steigenden Strompreises massiv steigt. Dieses ist von Erzeugern und Stromkunden zu bezahlen. Die Aufteilungssystematik des Entgelts sei seit der erstmaligen Anwendung unverändert: „Eine Verschiebung der Lasten ist nicht ohne Weiteres einfach umzusetzen. Die wirtschaftlich deutlich verbesserte Situation der Erzeugungsunternehmen allein kann kein Grund für eine geänderte Verteilung von Kosten über Entgelte sein“, wird betont.

Die Erhöhung soll auch bei der Landeshauptleutekonferenz thematisiert werden, wie bereits der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) angekündigt hat. Der steirische Landeschef Christopher Drexler (ÖVP) betont: „Die Festlegung der Netzgebühren erfolgt durch die Regulierungsbehörde. Ob es sich bei den geplanten Erhöhungen um gerechtfertigte Beträge handelt, kann ich schwer beurteilen.“ Fest stehe für ihn allerdings, „dass jede weitere Belastung für die Bürgerinnen und Bürger sowie für die Unternehmen nur schwer zu verschmerzen ist“. Daher müssten „Gespräche und Diskussionen in einer Situation wie dieser immer möglich sein“.

E-Control kritisiert Plan, Energieerzeuger für höheres Netzverlustentgelt zahlen zu lassen.

Kleine Zeitung

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