Raffinerie Schwedt läuft nach Ölembargo ohne russisches Öl

2. Jänner 2023, Schwedt
Die Ölraffinerie PCK in Schwedt
 - Schwedt/Oder, APA/dpa

Der Chef der Ölraffinerie PCK in Schwedt in Deutschland, Ralf Schairer, hat den Betrieb der Anlage ohne russisches Öl seit Jahresanfang als Meilenstein bezeichnet. Nach dem Ölembargo erreicht die Anlage, über die große Teile Ostdeutschlands mit Treibstoffen versorgt werden, eine Auslastung von etwa 50 Prozent.

„Die Raffinerie läuft stabil, natürlich mit weniger Durchsatz“, sagte Schairer, Sprecher der PCK-Geschäftsführung, am Montag bei einem Besuch von Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) in Schwedt. Ein „erster Meilenstein“ sei bewältigt.

Die Anlage wird derzeit allein über die rund 200 Kilometer lange Pipeline von Rostock nach Schwedt versorgt. Die Vorbereitungen für den Maximalbetrieb dieser Pipeline seien alle getroffen, sagte Schairer. Er sei auch zuversichtlich, dass noch zusätzliches Öl über andere Bezugswege komme. Wirtschaftsminister Steinbach sagte: „Zusätzliche Lieferungen, die aus Polen und gegebenenfalls aus Kasachstan angekündigt wurden, die müssen jetzt so schnell wie möglich hinterherkommen.“

Zusätzlich zu den Mengen an Tanker-Öl über den Hafen Rostock soll Rohöl über den Hafen Danzig herangeschafft werden. Zusammen soll das laut dem deutschen Wirtschaftsministerium reichen, um die Kapazität des PCK zu 70 Prozent auszulasten. Hinzukommen soll Rohöl aus Kasachstan – wann wie viel, war unklar.

Er sei guter Hoffnung, dass noch im Jänner die Zulieferung via Polen realisiert werde, sagte Steinbach. Zudem sei aus Kasachstan eine Testlieferung mit Rohöl geplant.

Deutschland stoppte zu Jahresbeginn alle Rohölimporte aus Russland. Grund ist der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Damit kommt seit Jahresbeginn kein russisches Öl mehr aus der fast 60 Jahre alten Pipeline Druschba zur PCK. Schwedts Bürgermeisterin Annekathrin Hoppe (SPD) sprach am Montag von einem „historischen Moment“ für die Stadt.

APA/dpa

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