Genehmigungsverfahren bremsen die Energiewende

18. Jänner 2023

3,5 Milliarden für Aus- und Umbau der Stromnetze – neuer 220 Kilovolt Leitungsring für den oö. Zentralraum geplant

Schnellere Genehmigungsverfahren für Alternativenergie- und Netzausbau Projekte fordert die Austrian Power Grid APG: Hochspannungsleitungen würden zum Teil um zehn Jahre zu spät gebaut nach endlosen Verzögerungen, am Weg zur Klimaneutralität brauche man dringend eine optimierte Netzplanung und neue Technologien wie sensorbasierte Betriebsführung, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Um die Versorgung im oö. Zentralraum für die Zukunft sicherzustellen, wurde beispielsweise erst kürzlich eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) über einen 220-Kilovolt (kV) Leitungsring abgehalten. Im Verfahren sind nicht weniger als 22 Behörden involviert, zum Beispiel u.a. Naturschutz, Wald- & Forstwirtschaft, Humanmedizin, Wasser, Boden & Landwirtschaft. Knapp ein Jahr nach dem Einreichen der umfassenden Unterlagen durch die Projektpartner erstellte die zuständige Behörde ihr Gutachten, das anschließend für vier Wochen öffentlich aufgelegt wurde. Erst nach Ablaufen der Frist kann die tatsächliche Verhandlung beginnen. Aktuell planen die Beteiligten mit einem Baustart im Jahr 2024 und Vollbetrieb ab 2030.

Die ältesten Leitungsabschnitte im Zentralraum sind dann beinahe 100 Jahre alt, sie stammen aus den 1940er Jahren. Die Netzbetreiber stehen also vor einer Mammutaufgabe, denn der durch die Elektrifizierung zahlreicher Prozesse stark steigende Strombedarf muss nicht nur produziert, sondern auch zum Verbraucher gebracht werden. „Wir werden bis 2032 insgesamt 3,5 Milliarden Euro in den Aus- und Umbau der Strominfrastruktur investieren. Darüber hinaus gilt es, auch in den Bereichen Speicher, Produktion, Reserven und digitale Plattformen die Kapazitäten zeitgleich auszubauen. Unsere Analysen gehen von einer nahezu Verdoppelung an Leitungskapazitäten bis 2030 aus.“, erklärt Kurt Misak, Leiter Versorgungssicherheit bei der APG. Kapazitäten, die das Industriebundesland Oberösterreich dringend benötigt. Immerhin bedeutet die Elektrifizierung von Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft auch eine immense Steigerung des Strombedarfs. Projekte wie die Errichtung des 220-kV-Versorgungsringes in Oberösterreich leisten daher einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Klima- und Energieziele, ist Mario Golger, Projektleiter der APG, überzeugt.

Oberösterreichische Nachrichten

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