Millionen für die Energiewende

3. April 2024

Mit der Erneuerung des Umspannwerks Klagenfurt investiert die Kärnten Netz in die Versorgungssicherheit im Kärntner Zentralraum. Doch das ist erst der Anfang.

Ein Umspannwerk, das Klagenfurt und die Region zwischen dem Südufer des Wörthersees und den Karawanken mit Strom versorgt, schaltet man nicht einfach so ab. Die Anlage in der Kirchengasse ist ein zentraler Knoten des heimischen Versorungsnetzes – wird hier eingegriffen, bedeutet das ein technisches und logistisches Großprojekt.
Oder eine „Operation am offenen elektrischen Herzen“, wie es der Geschäftsführer der Kärnten Netz, Michael Marketz bezeichnet. Die Erneuerung musste im laufenden Betrieb umgesetzt werden, was sie zu einer besonders kniffligen Herausforderung ans Technik-Team der Kärnten Netz machte. Ein heikler Punkt etwa waren die Platzverhältnisse: Weil kein völlig neues Umspannwerk auf der grünen Wiese errichtet werden konnte, musste die bestehende Infrastruktur Stück für Stück erneuert werden.

Elf Millionen Euro hat das gesamte Unterfangen gekostet, die Bauzeit betrug drei Jahre. „Mit der erneuerten Anlage können wir in den nächsten Jahrzehnten eine sichere und ausreichende Stromversorgung in dieser Region gewährleisten“, sagt Eva Tatschl-Unterberger, Geschäftsführerin der Kärnten Netz. Die Investition war auch notwendig geworden, weil die voranschreitende Energiewende dem Stromnetz immer mehr abverlangt: Wärmepumpen und Elektroautos, aber auch Unternehmen benötigen mehr Leistung, gleichzeitig wird zusätzlich mehr Leistung von kleinen, dezentralen PV-Anlagen ins Netz eingespeist. Das Netz muss in der Lage sein, die gesteigerten Mengen zu leiten. „Für den Einsatz von intelligenten und innovativen Technologien investieren wir massiv in Software, Digitalisierung und Automatisierung“, sagt Tatschl-Unterberger.

Nicht nur für das Stromnetz, auch für die heimische Wirtschaft war der Umbau ein Energieschub. Zahlreiche Kärntner Unternehmen waren am Projekt beteiligt, die Kärnten Netz wird so zum Impulsgeber für die Bauwirtschaft. „Unsere Investitionen stützen in Zeiten schwächelnder Wirtschaft die Konjunktur und wirken langfristig. Eine leistungsfähige Energieinfrastruktur ist eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Kärnten“, sagt Kelag-Vorstand Reinhard Draxler.

750 Millionen Euro

investiert die Kelag bis 2025 in die Energieinfrastruktur in Kärnten, knapp die Hälfte davon fließt in den Ausbau des Stromnetzes. Dabei werden auch in anderen Regionen die Knotenpunkte des Stromnetzes, die Umspannwerke, auf den neuesten technischen Stand gebracht: „In Gailitz erneuern wir das Umspannwerk auf dem bestehenden Standort, ähnlich wie hier in Klagenfurt“, sagt Tatschl-Unterberger. „Das Umspannwerk Treibach errichten wir auf einem anderen Standort neu und das Umspannwerk Rangersdorf wird ein neuer Knoten im Oberkärntner Stromnetz. In Summe investieren wir knapp 60 Millionen Euro“, so die Geschäftsführerin.

Ausbauprojekte

realisiert die Kärnten Netz derzeit auch bei den bestehenden Umspannwerken Ferlach und Wolfsberg. In Ferlach starten die Bauarbeiten im Herbst, dort werden die Schaltanlagen und das Betriebsgebäude um 6,5 Millionen Euro erneuert. Allein in Wolfsberg werden sogar neun Millionen Euro in die Hand genommen: für die Erneuerung der 110-kV-Schaltanlage sowie die Errichtung einer 30-kV-Schaltanlage im knapp 70 Jahre alten Umspannwerk.
Um die Energiewende zu meistern, braucht es ein starkes Stromnetz Eva Tatschl-Unterberger GF Kärnten Netz

Kleine Zeitung

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