„Werden Speicherstände vorschreiben“

3. März 2022, Wien

Bis zum Sommer soll das Erdgas-Bevorratungsgesetz fertig sein, so Energieministerin Gewessler.

„Die Lage ist ernst, aber wir sind vorbereitet“, sagte die für Energie zuständige Klimaschutzministerin Leonore Gewessler am Dienstagabend nach der ersten Sitzung des heimischen Energielenkungsausschusses. In diesem Gremium, in dem Vertreter der Energiewirtschaft oder die E-Control vertreten sind, wird festgelegt, wie im Fall einer Energieknappheit die vorhandenen Ressourcen verteilt werden.

Der Ablauf wäre eine Kaskade von Maßnahmen. Zuerst würden Unternehmen ersucht werden, freiwillig auf Energie zu verzichten. Erst dann komme es zu staatlichen Lenkungsmaßnahmen, so Gewessler. Es gebe hierfür detaillierte Pläne, in denen viele Punkte beachtet werden müssten. Etwa, ob ein Industriebetrieb auch Fernwärme erzeugt. Bisher sei es aber noch nicht notwendig, lenkend einzugreifen.

Gas fließt noch

Denn noch fließe das russische Gas, zuletzt sogar wieder etwas mehr als noch vor einigen Wochen. Die Speicher sind laut Gewessler zu 18 Prozent gefüllt. Österreich sei damit im Europa-Vergleich in einer guten Position. „Wir haben die fünftgrößte Speicherkapazität und derzeit die siebentgrößte Speichermenge.“

Allerdings gelte es nun, sich auf die Zukunft — etwa den Winter 2022/23 — vorzubereiten. Bis zum Sommer soll das geplante Erdgas-Bevorratungsgesetz daher fertig sein. „Wir werden Speicherstände vorschreiben“, so Gewessler. Wie hoch diese sein könnten, ist jedoch noch nicht klar. Und auch nicht, wie lange man ohne russische Lieferungen dann auskommen könnte. Derzeit sehe man sich internationale Modelle für eine solche Gas-Bevorratung an.
Klar ist für Gewessler jedoch, dass die Abkehr von fossilen Energieträgern der einzige Weg für eine Energie-Souveränität in Europa sei. „Wir müssen unsere Wärme und unseren Strom selbst erzeugen.“ (jaz)

Die Presse

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