Smart Energie nach Bedarf verbrauchen

27. April 2022

Lokal produzierte Energie, die auf den Verbrauch des Konsumenten optimiert ist, Geld spart und vom konventionellen Anbieter ein Stück weit unabhängig macht. Geht nicht? „Doch, und zwar durch EEGs, also Erneuerbare Energie Gemeinschaften“, erzählt Andreas Zobl.

Der gebürtige Tiroler lebt seit eineinhalb Jahren in Villach und leitet von hier aus die technische Koordination der „quadratic GmbH“. Die Firma mit Sitz in Graz entwickelte das „Smart-Meter Reader“, ein Gerät, das die aktuellen Verbrauchsdaten eines Smart-Meters – einem intelligenten Stromzähler – misst und in Echtzeit an den „energiedigital-Server“ sendet. „Somit weiß man immer wie viel Energie gerade in der EEG erzeugt wird und wie viel Energie gerade in der EEG verbraucht wird. Mit dieser Information kann man dann aktiv den Verbrauch steuern. Zum Beispiel dem Elektroauto sagen: ‘Lade bitte mit etwas weniger Leistung, da uns gerade nur 7 Kilowatt an lokal produzierter Energie zur Verfügung stehen“, erklärt Zobl das Prinzip.

EEGs sind laut ihm ein Baustein für das Energiesystem der Zukunft und tragen durch Dekarbonisierung, Dezentralität, Digitalisierung, und Demokratisierung der Energieerzeugung zur Energiewende bei.
Um eine EEG zu gründen braucht es eine rechtliche Grundlage. Dafür reicht zum Beispiel schon ein Verein, wie es sie in Österreich so zahlreich gibt. Im zweiten Schritt bedarf es eines Energieerzeugers wie zum Beispiel einer Fotovoltaik-Anlage, die in Gemeinden oft schon auf den Dächern von Feuerwehrhäusern, Kindergärten oder Müllanlagen vorhanden ist.

Beispiele dafür sieht man in Finkenstein oder Arnoldstein. Die Gemeinde nahe der italienischen Grenze hat bereits 200 Kilowatt-Peak (kWp) auf öffentlichen Dächern installiert, weitere 325 werden aufbereitet. „Wir unterstützen bei der Gründung, optimieren die Verbraucherprozesse und helfen bei der Verrechnung der Energie“, erklärt Zobl die Kernaufgaben. Scheint einmal keine Sonne oder weht kein Wind, dann bezieht ein Haushalt wieder Strom vom alten Anbieter wie zum Beispiel der Kelag. Auch dort wird der Ausbau von PV-Anlagen forciert. Erst kürzlich übernahm man die PVI GmbH, deren Kernkompetenz die Planung, der Bau und die Servicierung von schlüsselfertigen PV-Anlagen ist. Auch die Kelag ist in Vorbereitung, ihre Kunden beim Thema EEGs bestmöglich zu unterstützen und zu begleiten, heißt es auf Anfrage der Kleinen Zeitung.

Villacher entwickelte „Smart-Meter Reader“. System erkennt Energiebedarf und plant Verbrauch. Auch Kelag in Vorbereitung.

Kleine Zeitung

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