Biogas ist eine Job- und Konjunkturturbine

7. Juli 2022

Studie. Der Ausbau erneuerbarer Energien hat weitreichende Wertschöpfungseffekte und sichert Arbeitsplätze

Die klimaneutrale Gasgewinnung ist nicht nur gut fürs Klima, sie ist auch wirtschaftlich: für KonsumentInnen, Beschäftigte, SteuerzahlerInnen, InvestorInnen und sogar den Finanzminister. Das ist das Ergebnis der aktuellen Studie der Ökonomen Univ.-Prof. Dr. Christian Helmenstein vom Economica Institut für Wirtschaftsforschung und Dr. Anna Kleissner von Econmove. Ihr Fazit: Grünes Gas in Form von Biogas und Wasserstoff sind ein Konjunkturmotor für Österreich.

Günstiges Biogas

„Wir werden für den Ausstieg aus fossilem Gas alle vorhandenen Ressourcen brauchen und damit auch jede Terawattstunde Biomethan“, betont Christian Helmenstein. Einerseits, um geopolitisch unabhängiger zu werden und andererseits, um den zuletzt hohen Preissprüngen zu entkommen. Daher sind Investitionen in den Ausbau der österreichischen Biogasproduktion mehr denn je sinnvoll. Denn die Produktion von klimaneutralem Biomethan, das chemisch mit Erdgas ident ist, war im Inland zuletzt günstiger als der Import fossilen Erdgases. Fazit: Investitionen in den Bau von Biogasanlagen zahlen sich aus – „je größer die Anlage, desto niedriger die Produktionskosten und desto höher die Wertschöpfungseffekte“, sagt Anna Kleissner. Investitionen in den Ausbau von erneuerbaren Energien haben weitreichende Wertschöpfungseffekte, schaffen und sichern Arbeitsplätze in Österreich. Besonders trifft das auf Anlagen zur Gewinnung von Biomethan zu: Der Ausbau von Produktionskapazitäten von einer Terawattstunde Biogas sichert rund 3.000 Arbeitsplätze. Hinzu kommt, dass Österreich über weitreichendes Know-how im Anlagenbau verfügt. 1 Mio. Euro Förderung löst 3,3 Mio. Investitionen aus. Damit die Investitionen in den Bau von Biogasanlagen rasch vom Fleck kommen, raten die Forscher zu Anschubfinanzierungen durch die öffentliche Hand. Das Gute daran: Eine Million Förderung in den Neubau einer Biomethan-Anlage zieht laut Studie ein Gesamtinvestitionsvolumen von 3,33 Millionen Euro nach sich und bringt unterm Strich Rückflüsse von insgesamt 1,45 Millionen Euro an den Fiskus. Damit ist das Investment in Biogasanlagen aus staatlicher Sicht besonders lohnend. Positiv wirkt sich das auch auf die Schaffung von Arbeitsplätzen aus: Pro Fördermillion für Biogasanlagen entstehen 45 Jobs.

Investitionen bleiben in Österreich

„Biomethan ist in der Investitionsphase günstig. Im laufenden Betrieb ist es genauso wettbewerbsfähig wie andere Erneuerbare, also in der gleichen Preis-Bandbreite wie Fotovoltaik, Wind- oder Wasserkraft. Dabei bleiben mehr als 90 Prozent der getätigten Investitionen in Biogas aufgrund der Rohstoffe und heimischen Technologie in Österreich“, sagt Anna Kleissner.

Rahmenbedingungen fehlen

Nun müssen konkrete Maßnahmen folgen, um den Markthochlauf von Biomethan und Wasserstoff zu forcieren, betont DI Peter Weinelt vom Fachverband Gas Wärme: „In Österreich ist der Gesetzgeber aufgerufen, attraktive Rahmenbedingungen für Investitionen vorzulegen – und zwar in Form des längst versprochenen Grün-Gas-Gesetzes, in der Umsetzung der Investitionsförderungen nach dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz oder in der Befreiung von Erneuerbarem Gas von der Erdgasabgabe.“ Die Gaswirtschaft ist seit Jahren bereit, das enorme heimische Biomethan-Potenzial zu heben. Die Branche ist startklar, um tausende neue, grüne Arbeitsplätze in Österreich zu schaffen.

Kurier

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