„Wenn es einmal läuft, dann läuft es gut“

13. März 2024, Bezirk Gmünd

Aktive Energiegemeinschaften

Im Bezirk sind zehn Energiegemeinschaften aktiv. Welche Erfahrungen gemacht wurden, wo Ausbaupläne geschmiedet werden.

Über 5.000 angemeldete Zählpunkte in mehr als 100 Energiegemeinschaften wurden Anfang Februar in ganz Niederösterreich verzeichnet. Zehn Erneuerbare Energiegemeinschaften sind im Bezirk Gmünd aktiv, zum Teil betreut von der Energie Zukunft Niederösterreich GmbH (EZN) als Tochterunternehmen der EVN und der Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich (eNu).

Bei einer Energiegemeinschaft schließen sich mehrere Teilnehmer zusammen. Ziel ist es, Energie innerhalb dieser Organisation zu produzieren, zu speichern, zu verbrauchen oder zu verkaufen. Auch im Bezirk Gmünd wurden inzwischen einige Erfahrungen gesammelt und erste Lehren gezogen. Die NÖN fragte bei zwei Gemeinschaften nach.
Lainsitztal: Unterschiedliche Umspannwerke als Hürde. Seit Herbst ist eine Energiegemeinschaft der Gemeinde Großschönau operativ tätig, alle Gemeindegebäude und -anlagen hängen inzwischen dran. Bürgermeister Martin Bruckner spricht von etwa 35 Messpunkten. Eine Zeit lang sei die Preissituation schwierig gewesen, „jetzt hat es sich normalisiert“, resümiert Bruckner.

Im nächsten Schritt steht eine Ausweitung auf die anderen fünf Gemeinden in der Kleinregion Lainsitztal an – zuerst mit Gemeindeanlagen und später für die Bevölkerung. Doch genau diese Erweiterung stellt die Region vor eine Hürde: Weite Teile der Gemeinde Großschönau hängen am Umspannwerk Groß Gerungs, der Rest des Lainsitztals an Gmünd.
Dadurch seien zwei Vereine nötig, sagt Bruckner. Insofern erhofft man sich langfristig eine Erleichterung, wenn in Weitra ein eigenes Umspannwerk entsteht. Trotzdem: Insgesamt seien die Erfahrungen positiv, so Bruckner: „Anfangs musste man sich vieles ausdenken, das war schon mühsam.“

In Großschönau wird wie berichtet auch ein Kleinwindkraft-Projekt mit einer Anlage geprüft. Der Abschluss verzögert sich laut Bruckner. Komponenten, ungewohnte Geräusche im Wohngebiet, Leistung: Bisherige Erfahrungen würden zeigen, wie sehr man hier in den Kinderschuhen stecke. Eine Photovoltaik-Anlage hänge Kleinwindkraft in Sachen Leistungsfähigkeit bei weitem ab. „Es kann nur ein kleines Beiwerk sein“, sagt Bruckner.

Hirschbach sucht weitere Energie-Abnehmer. Als in der Gemeinde Hirschbach über die bevorstehende Gründung einer Energiegemeinschaft informiert wurde, da war das Interesse bereits groß. Im Oktober lief der Betrieb schließlich an. Obmann Rainald Schäfer erzählt von vielen Lernprozessen und guter Unterstützung durch die EZN.

An die 70 Teilnehmer seien derzeit dabei, sagt Schäfer: „Es wurde gut angenommen – wir haben es aber auch gut beworben.“ Die Zählpunkte sind sowohl von gemeindeeigenen Gebäuden als auch von privaten Haushalten, in Sachen Abnehmern hat der Verein noch Kapazitäten und will neue werben.

Derzeit ist der Preis innerhalb der Energiegemeinschaft festgelegt, ab April soll er sinken. Alle sechs Monate kann der Preis angepasst werden, Schäfer dazu: „So können wir besser reagieren. Wenn es einmal läuft, dann läuft es gut.“

von Anna Hohenbichler

NÖN

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