Stromrabatt auf Zeit verlängert

5. April 2024, Schwarzach

Landesregierung investiert 17,1 Millionen Euro. Es gibt aber Argumente dagegen.

Österreich ist das Land der Rabatte. Das gilt nicht nur für die heimischen Supermärkte und ihre 25-Prozent-Sticker, sondern auch für die Strompreise. Bis Ende 2024 greift die Strompreisbremse noch in reduzierter Form auf Bundesebene. In Vorarlberg gibt es bis Ende März 2025 noch einen Rabatt pro Kilowattstunde. Das hat der Rechtsausschuss des Landtages am Mittwoch beschlossen. Nur die Neos stimmten nicht mit.

17,1 Millionen Euro kostet die Maßnahme. Bezahlt wird aus dem Landesbudget. Man könne sich das auf Grund der höheren Dividende, die die vkw durch ihr gutes Wirtschaften am deutschen Markt erziele, leisten, sagt Landeshauptmann Markus Wallner. So gebe man den Vorarlbergerinnen und Vorarlbergern etwas davon zurück.
Michael Böheim, Ökonom des Wirtschaftsforschungsinstituts, betont, dass ein Stromrabatt ursprünglich richtig gewesen sei. Zwischenzeitlich habe sich die Lage aber verändert. Das Geld könnte sinnvoller investiert werden, sagt er. Der Vorarlberger Stromrabatt ist vor einem Jahr in Kraft getreten. Er beträgt drei Cent pro Kilowattstunde und wird auf den gesamten Stromverbrauch gewährt. Geschätzt sollen dies 570 Millionen Kilowattstunden im Förderzeitraum von Juli 2024 bis Ende März 2025 werden. Das ergibt einen Mehraufwand von 17,1 Millionen Euro. Eine Deckelung ist nicht vorgesehen.

Verlängerung um neun Monate

Der Rabatt ergänzt die Strompreisbremse des Bundes und kann von allen Haushaltskunden in Vorarlberg lukriert werden. Dies erfolgt automatisch über die Stromrechnung. Ein eigener Antrag ist nicht erforderlich. „Vor dem Hintergrund der nach wie vor hohen Lebenshaltungskosten sollen damit die Haushalte weiter entlastet werden“, heißt es in der Begründung jenes Antrags, den der Ausschuss am Mittwoch ohne die Stimmen der Neos abgesegnet hat. Verlängert wird um neun Monate. Wifo-Ökonom Böheim sieht das kritisch: „In der derzeitigen Situation sinkender Preise ist eine zusätzliche Subventionierung des Strompreises durch ein Bundesland nicht mehr sinnvoll. Die aufgewendeten Budgetmittel wären sinnvoller eingesetzt, wenn damit gezielt vulnerable Gruppen unterstützt würden.“ Im Vergleich zu Vorarlberg habe Niederösterreich seinen Strompreisrabatt aus gutem Grund auf die Anfangsphase hoher Preise beschränkt. Auch die Strompreisbremse des Bundes erfülle ihren ursprünglichen Zweck nicht mehr. „Bei anfangs hohen Preisen war die Maßnahme grundsätzlich sinnvoll, da es damals auch keine günstigen Lieferanten gegeben hat, zu denen Kundinnen und Kunden hätten wechseln können. In der Zwischenzeit hat sich die Situation aber vollkommen gedreht und es stehen viele günstige Angebote zur Verfügung.“ Die negativen Anreize der Strompreisbremse auf den Wettbewerb würden derzeit überwiegen.

ÖVP-Energiesprecherin Christina Hörburger verteidigt indes die Verlängerung des Vorarlberger Stromrabatts: „Er stellt sicher, dass wir im Österreichvergleich den mit Abstand niedrigsten Strompreis haben. Was nach März 2025 passiere, sei offen. „Es ist abhängig davon, wie sich die Strompreise entwickeln.“ Das sagt auch Landeshauptmann Wallner. Nur wenn der Preis auf Vorkrisenniveau bleibe, könnte auch der Stromrabatt Geschichte sein.

Vorarlberger Nachrichten

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