Österreich kauft erstes Erdgas für Gasreserve an

24. Mai 2022, Wien/Moskau
Gas für Reserve stammt zum Teil auch aus Russland
 - Stuttgart, APA/dpa

Die Bundesregierung hat die ersten 7,7 Terawattstunden (TWh) Gas für die strategische Reserve angekauft und dafür 958 Mio. Euro bezahlt. Die Ausschreibung wurde am Montag beendet, wie das für Energie zuständige Klimaministerium am Dienstag mitteilte. Die Summe umfasst auch die Speicherkosten. Woher das Gas stammt, ist unklar, da es am Gasmarkt keine Herkunftsnachweise gibt. Es müsse davon ausgegangen werden, dass auch russisches Gas darunter sei, erläuterte ein Sprecher.

APA

Öl-Embargo – Wifo hält Importzölle für vorteilhafter

24. Mai 2022, Wien/Brüssel/Moskau

Das österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo würde Importzölle einem Embargo auf russisches Öl vorziehen. "Importzölle dürften im Vergleich zu einem Öl-Embargo mehrere Vorteile aufweisen. Durch eine graduelle Erhöhung verläuft die Anpassung der heimischen Wirtschaft über Preiseffekte besser als über eine unmittelbare Mengenreduktion", erklärte das Institut zu einer am Dienstag veröffentlichten Analyse.

APA

Linz AG erhöht Strompreise für Bestandskunden

24. Mai 2022, Linz

Die Linz AG erhöht per 1. Juli die Strompreise. Die Maßnahme sei durch hohe Beschaffungskosten nötig geworden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Es sei die erste Tariferhöhung für Bestandskunden seit zwölf Jahren. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.500 kWh machen die Mehrkosten 18,44 Euro pro Monat aus, rechnete das Unternehmen vor.

APA

Forscher: Gas-Lieferstopp durch EU-Solidarität beherrschbar

24. Mai 2022, Wien/Kiew (Kyjiw)/Moskau
Forscher: EU muss bei Gasversorgung zusammenarbeiten
 - Mallnow, APA/dpa-Zentralbild

Österreich könnte auch einen Totalausfall russischer Gaslieferungen vergleichsweise glimpflich überstehen, sagen die Forscher des Complexity Science Hub Vienna - Voraussetzung dafür ist aber eine EU-weite Zusammenarbeit, um das russische Gas zu ersetzen. Ohne Kooperation mit den anderen EU-Ländern wäre der Schaden für Österreichs Wirtschaft um ein Vielfaches größer.

APA

Siemens Energy will Führungsstruktur umbauen

24. Mai 2022, München
Siemens Energy streicht Managerposten
 - Erlangen, APA/dpa

Beim Energietechnikkonzern Siemens Energy stehen die Zeichen auf Umbau. Das Unternehmen will seine Struktur umbauen und zahlreiche Hierarchieebenen abschaffen, wie es am Dienstag mitteilte. Ab dem nächsten Geschäftsjahr, das bei Energy im Oktober beginnt, wird das bisherige Segment Gas and Power in drei Geschäftsbereiche (Business Areas) aufgeteilt.

APA/dpa

Top Artikel der Woche

Erneuerbaren-Ausbau senkt längerfristig Strompreise

19. Mai 2022, Wien

Der Ausbau erneuerbaren Energien muss auch in Österreich beschleunigt werden, um die Klimaziele zu erreichen. Auch die Strompreise könnten damit längerfristig wieder nach unten gebracht werden, sagte Verbund-Chef Michael Strugl am Donnerstag bei einer Online-Diskussion. Eine zentrale Rolle haben nun die für die Errichtung der Anlagen notwendigen Flächen. Die Festlegung von Eignungszonen könnte einen Beitrag zu rascheren Verfahren leisten.

APA

Kostenfalle Fernwärme bei Wien Energie: Preis verdoppelt

30. März 2022

Erdgas. Die Müllverbrennung alleine reicht nicht für Heizung und Warmwasser

Die Bewohner eines Mehrparteienhauses in Wien staunten nicht schlecht: Die monatlichen Kosten für die Fernwärme, mit der sie Heizung und Warmwasser beziehen, haben sich diesen Winter schlagartig verdoppelt. Die Bewohner wendeten sich an den KURIER, da die Erklärungen dazu eher schwammig waren. Die mehrere Seiten lange Berechnung liegt der Redaktion vor.

Geht das also? Gleich 100 Prozent mehr für Heizung und Warmwasser, eine Erhöhung im dreistelligen Bereich? Nun: 20 Prozent der Anhebung entfallen nicht auf den Wärmelieferanten Wien Energie, sondern auf einen Energiedienstleister, der für die Hausverwaltung die Verrechnung übernimmt. Da die Kosten erst mit Verzögerung an die Bewohner weitergegeben wurde, so wird erklärt, falle die Erhöhung der Vorschreibung um 20 Prozent höher aus. Der Großteil der verbliebenen 80 Prozent geht auf eine Anhebung der Vorschreibung von Wien Energie zurück – und zwar, obwohl der Verbrauch im Jahresvergleich nur um zehn Prozent gestiegen ist.

Einerseits kommt auf die Bewohner eine Nachzahlung zu. Neben dem höheren Verbrauch wirkt sich dabei der höhere Gaspreis im vergangenen Jahr aus – denn die Wiener Fernwärme ist zu einem Gutteil fossil, die Müllverbrennung hat nicht ausreichend Leistung. Der Großhandelspreis für Gas hat sich im letzten Jahr – und schon vor dem Ukraine-Krieg – vervielfacht. Und da der Vertrag mit dem Großhandelspreis steigt und fällt („Indexierung“) hat sich im Nachhinein herausgestellt, dass die Energiekosten höher waren als veranschlagt. Bei einem um zehn Prozent höheren Verbrauch betragen die Mehrkosten etwa ein Drittel.

Zweitens wirkt dieser Mechanismus auch in die Zukunft: Das bedeutet, dass die Akontovorschreibung für das laufende Jahr um 45 Prozent erhöht wurde, heißt es bei Wien Energie auf Anfrage des KURIER. „Ziel der Akontovorschreibungen ist immer, die Jahreskosten im Vorhinein bestmöglich abzubilden“, Nachzahlungen sollen so vermieden werden.

Kurier

„GeoTief Wien“ ortet heißes Wasser in 3.000 Metern

20. Mai 2022, Wien

Geothermie ist nicht erst seit dem Ukraine-Krieg und der Debatte über einen möglichen Gasboykott Russlands einer der Hoffnungsträger der Energiewende. Auch in Wien vermutete man große Energiereserven in Form von heißem Wasser unter dem Stadtgebiet. 2012 wurde eine Bohrung jedoch ein teurer Fehlschlag. Vor einem neuen Versuch hat man 2016 ein umfangreiches Sondierungsprojekt gestartet, das seit kurzem Grünes Licht geben kann. Das geortete Reservoir liegt in 3.000 Meter Tiefe.

APA

Grüner Wasserstoff made in Austria

19. Mai 2022

Österreichs Produktion von grünem Wasserstoff läuft an. Die Anwendungsbereiche sind vielfältig. Wir zeigen Pionierprojekte von Tirol bis Wien, die für die Dekarbonisierung entscheidend sein können.

Der niedere Pavillon mit begrüntem Flachdach am Bachrand des Naturdenkmals Völser Gießen sieht so unspektakulär aus wie ein modernes Einfamilienhaus -doch in seinem Inneren pocht ein mehr als potentes Herz: Hier, am eigenen Betriebsgelände in Völs bei Innsbruck, nahm der Tiroler Lebensmittelhändler Mpreis im März die Produktion von grünem und damit klimaneutralem (siehe Seite 72, Kasten "H 2-Farbenlehre") Wasserstoff auf -und zählt damit zu den H 2-Vorreitern Österreichs. Im Erdgeschoß des schlichten Betonbaus werkt nun die größte Single-Stack-Elektrolyseanlage Europas (Investitionsvolumen: 13 Millionen Euro, zur Hälfte Fördermittel). Baubeginn für das Mpreis-Elektrolyse-Gebäude war im August 2020, "bereits ein Jahr später zerlegten wir erstmals Wasser", freut sich Wolfgang Madl, Leiter Energie bei Mpreis. Herzstück ist der rund sieben Meter lange, drei Meter hohe Elektrolyseur. Er besteht aus einem Einzelstapel, an dem eine Vielzahl an Elektrolysezellen (mit Membran, Anode und Kathode) dicht aneinander liegen, und kann bis zu 55 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde liefern (das Gas Wasserstoff wird in Kilogramm gemessen).

Für die bauliche Umsetzung nutzte Mpreis heimische Expertise: Das auf komplexe Industrie-und Infrastrukturprojekte spezialisierte Innsbrucker Ingenieurbüro ILF Consulting Engineers leistete gemeinsam mit Mpreis Pionierarbeit. Ewald Perwög, Projektinitiator und Leiter von Mpreis Sustainable Energy Solutions: "Es gibt keine 'Blaupause', wie Wasserstoff im Umfeld eines Lebensmittelhändlers erzeugt und nachhaltig genutzt werden kann. Gemeinsam tasteten wir uns an die Lösungen heran."

Neuartig ist die vielfältige Implementierung des grünen Wasserstoffs in der Mpreis-Betriebskette von der eigenen H 2-Produktion über die Nutzung in Bäckerei und Fuhrpark bis zur Distribution über die eigene Wasserstoff-Tankstelle. Ziel ist, den hochwertigen Energieträger im Rahmen der sektorenübergreifenden Tiroler Wasserstoff -Initiative HyWest anderen Anwendern bereitzustellen. Gemeinsam mit Tiwag, Tigas und den Zillertaler Verkehrsbetrieben legt Mpreis den Grundstein für eine grüne Wasserstoff-Wirtschaft in Tirol.

Gewinn

„Wir ermitteln gegen Gazprom“

24. Mai 2022

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager plädiert angesichts der Energiekosten für Steuern auf Übergewinne und für Sozialleistungen. Ihre Gesetzesvorhaben zur Reglementierung von Tech-Konzernen stehen kurz vor dem Abschluss.

Margrethe Vestager wirkt entspannt, als sie Donnerstagabend den Festsaal der Oesterreichischen Nationalbank betritt. Mit dem Digital Markets Act und dem Digital Services Act stehen zwei Großprojekte der EU-Wettbewerbskommissarin zur Reglementierung von Tech-Konzernen kurz vor dem Abschluss. Für ihre Bemühungen um faire Marktbedingungen und Steuergerechtigkeit erhält sie in Wien den Schumpeter-Award.

STANDARD: Der Energiemarkt ist seit zwanzig Jahren liberalisiert. In der Krise sind die Preise nun höher, als sie sein müssten. Haben Markt und Wettbewerb versagt?

Vestager: Das liberalisierte System hat uns die letzten Jahrzehnte gute Dienste geleistet, wir hatten sehr lange niedrige Preise. Die Gründe für die Energiekrise liegen außerhalb des Markts. Zum einen haben wir nach wie vor Aufholeffekte nach der Pandemie, die zu einer erhöhten Nachfrage führen. Hinzu kommen niedrige Lieferstände in den Gasspeichern. Der Wettbewerb an sich ist unserer Ansicht nach nicht das Problem, einzelne Akteure fallen aber mit spezifischem Verhalten auf. Ein Teil davon ist politisch motiviert, und wir untersuchen mögliche Wettbewerbsverstöße.

STANDARD: Ermittelt die EU-Kommision gegen Gazprom?

Vestager: Ja, wir untersuchen das Verhalten ganz genau. Es fällt auf, dass die Gasspeicherstände sehr niedrig sind. Das hat enorme Auswirkungen auf den Markt und ist vor allem im Hinblick auf die nächste Heizsaison problematisch. Deshalb wollen wir Eigentümer von Gasspeichern dazu verpflichten, ihre Speicherstände bis November auf 80 Prozent zu erhöhen.

Der Standard

Die Strompreis-Diskussion dreht sich weiter - Leipzig, APA/zb

Russland dreht nun auch Finnland den Gashahn zu

24. Mai 2022

Reaktion auf Nato-Beitrittsansuchen – Österreichs Gasbranche verweist auf viel ungenutztes Potenzial an Biomethan im Land

Vorige Woche hat Russland die Stromleitung nach Finnland gekappt, heute, Samstag, wird auch der Gashahn zugedreht. Das hat Gazprom Export den finnischen Importeur Gasum Oy wissen lassen. Vordergründig wird der Schritt mit der Weigerung von Gasum begründet, die Gasrechnung in Rubel statt in Euro zu begleichen. Auch dürfte der angestrebte Nato-Beitritt Finnlands eine Rolle spielen. Moskau hat mit Vergeltung gedroht.

Damit ist Finnland das dritte Land nach Polen und Bulgarien, dem Russland kein Gas mehr liefert. Finnland kann das verschmerzen. Die Gasimporte aus Russland sind seit 2018 rückläufig, durch Lieferungen von Flüssiggas (u. a. aus dem litauischen Klaipeda) und dem Anfang 2020 fertiggestellten sogenannten Baltic Connector kommt Gas abseits der russischen Route ins Land.

Spannend bleibt es auch in den kommenden Tagen. Noch im Mai muss auch OMV Geld für russisches Gas überweisen, gemäß Sanktionen nicht, wie von Putin verlangt, in Rubel, sondern so wie bisher in Euro.

Die Kunden aus dem Westen zahlen in Euro oder Dollar auf ein Konto bei der hauseigenen Bank des russischen Energiekonzerns Gazprom ein. Seit geraumer Zeit laufen im Hintergrund Verhandlungen der EU mit Moskau. Als Kompromiss gelten nun sogenannte K-Konten: Kunden wie OMV zahlen in Euro auf ein Konto bei der Gazprombank ein. Diese tauscht den Betrag in Rubel um und überweist ihn auf das eigentliche Geschäftskonto. Auf diese Weise kann die EU behaupten, sie habe in Euro oder Dollar gezahlt – und der Kreml kann sagen, die Zahlung sei in Rubel angekommen. Ob dies tatsächlich so ist, wird man spätestens übernächste Woche wissen.

Der Standard

Es wird ernst mit dem großen EU-Klimapaket

24. Mai 2022, Brüssel

Im Juni wollen das Parlament und die 27 Staaten ihre Positionen abstecken. Damit rückt nicht nur das Ende des Verbrennungsmotors näher.

Das Ende des Verbrennungsmotors hat ein Datum: 2035. Ab diesem Jahr soll kein Auto mehr zugelassen werden, bei dem Treibhausgase aus dem Auspuff kommen. So hat es die EU-Kommission vor fast einem Jahr in ihrem großen Klimaschutzpaket „Fit for 55“ vorgeschlagen.

Ob es bei diesem Auslaufdatum bleibt, entscheidet sich in den nächsten Wochen. Das EU-Parlament und die 27 Staaten wollen noch im Juni ihre Positionen festzurren – auch zu den weiteren 15 Gesetzesvorschlägen, die das Paket enthält –, damit das übergeordnete, bereits gesetzlich festgeschriebene Ziel erreicht werden kann: 55 Prozent weniger CO2-Ausstoß in Europa bis 2030. Daher der Name, der eher an ein Trainingsprogramm für Ältere erinnert: „Fit for 55“.

„Wir sind in der heißen Phase“, sagte ein Diplomat aus Ratskreisen. „Es wird eine knappe Kiste“, meinte ein Abgeordneter zu den Schlussabstimmungen im Parlamentsplenum Anfang Juni in Straßburg.

Das Vorhaben ist durchaus sportlich. Das können die Abgeordneten des Umweltausschusses des Parlaments bestätigen. Rund 1300 Anträge wurden allein zur Ausweitung des Handels mit CO2-Zertifikaten eingebracht. Das ist nicht nur irgendein Teil des Klimapakets. „Der Emissionshandel ist das größte Klimainstrument in der Europäischen Union, wenn nicht in der Welt“, sagt der deutsche Abgeordnete Michael Bloss (Grüne). Bereits jetzt werden 40 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes über das sogenannte ETS (Emission Trading System) geregelt. Mit Erfolg: Seit Einführung des Systems 2005 sanken die Emissionen von Fabriken und Kraftwerken um 43 Prozent. Nur sie sind derzeit vom Emissionshandel erfasst. Für jede ausgestoßene Tonne Kohlendioxid müssen sie ein Zertifikat vorlegen. Wer viel Treibhausgas in die Luft bläst, muss viele Zertifikate kaufen, wer einspart, kann sie verkaufen. Die Gesamtmenge der Zertifikate aber schrumpft. Der derzeitige Kurs: rund 85 Euro je Tonne CO2.

Salzuburger Nachrichten

Sparen, aber ohne Zwang

24. Mai 2022, Wien

Auch in Österreich wird es demnächst einen Aufruf geben, weniger Energie zu verbrauchen. Es gibt bessere Hebel für mehr Energieeffizienz.

In Deutschland müssen Vermieter schlecht gedämmter Wohnungen oder Häuser ab 2023 einen Teil der CO2-Abgabe auf Heizkosten übernehmen. Das soll ein Anreiz für Immobilienbesitzer sein, Gebäude zu sanieren oder auf klimafreundliche Heizungen umzustellen und Energie zu sparen, hofft die rot-gelb-grüne Regierung. Der günstigste und effizienteste Beitrag zu mehr Unabhängigkeit von russischem Öl und Gas sei weniger Energieverbrauch, sagt Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck. Und plant ab Juni eine Kampagne, die Betrieben und Verbrauchern Tipps zum Energiesparen gibt.

Österreich geht bei der CO2-Abgabe anders vor, entlastet werden die Haushalte über den Klimabonus. Eine Kampagne zum Energiesparen wird es aber auch hierzulande geben. „Wir arbeiten daran“, verlautet aus dem Klimaministerium, vorerst ohne Details. Es werde aber „kein Gesetz geben, das die Leute zwingt, Energie zu sparen“.

Seit Beginn des Ukraine-Krieges wird nicht nur in Deutschland, sondern auch hier darüber diskutiert, wie der Energieverbrauch und damit die Abhängigkeit von russischem Öl und Gas reduziert werden könnte. Global 2000 forderte erst diese Woche die Regierung auf, „stärker auf dieses Pferd zu setzen“. Laut einer Studie der Umweltorganisation könnte Österreich seinen Energieverbrauch halbieren, wenn in allen Bereichen angesetzt wird. Allein der Stromverbrauch könnte um 13 Terawattstunden reduziert werden – die Hälfte dessen, was derzeit an zusätzlichem Ökostrom geplant ist. Das würde es leichter machen, das Ziel von 100 Prozent Strom aus Wasser, Wind, Sonne und Biomasse bis 2030 zu erreichen, sagt Global-2000-Klimaexperte Johannes Wahlmüller.

Die Vorschläge reichen von der Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad über den Austausch stromfressender Haushaltsgeräte bis zur Einführung von 100 Kilometern pro Stunde auf der Autobahn. Tempolimits wird es nicht geben. Es sei „nicht sehr produktiv“, den Menschen langsameres Fahren vorzuschreiben, weil die Politik keine Veränderung geschafft habe, lautet die Meinung der Experten im Klimaministerium. Das Tempo beim Autofahren freiwillig zu drosseln sei aber gut, weil das den Spritverbrauch senkt, hat Ministerin Leonore Gewessler wiederholt gesagt.

Salzburger Nachrichten