Land Burgenland führt eigenen Wärmepreisdeckel ein

1. Dezember 2022, Eisenstadt
Vorstandsvorsitzender Burgenland Energie AG Stephan Sharma
 - Wien, APA/FLORIAN WIESER

Das Land Burgenland führt mit 1. Jänner 2023 einen Wärmepreisdeckel ein, um die Haushalte in der Energiekrise zu entlasten. Gestaffelt nach dem Jahresnettoeinkommen wird festgelegt, wie hoch die Wärmekosten eines Haushalts ausfallen dürfen. Die Kosten darüber hinaus werden vom Land abgefedert, kündigten Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) und Stephan Sharma, Vorstandsvorsitzender der Burgenland Energie, am Donnerstag an.

APA

Gaspreisdeckel – Striktes Nein der Vorarlberger Grünen

1. Dezember 2022, Bregenz

Vorarlbergs Grünen-Chef und Energie-Landesrat Daniel Zadra (Grüne) spricht sich vehement gegen einen Gaspreisdeckel nach deutschem Vorbild aus. "Das wäre eine absolute Sackgasse für Österreich", sagte er am Donnerstag im Gespräch mit der APA. Zadra sah in der Gaspreisbremse gleich drei negative Aspekte: Es handle sich um ein Gießkannensystem, die verschiedenen Energieträger würden ungleich behandelt und der Deckel wäre "unglaublich teuer".

APA

Kocher für weitergehende Energiepreis-Lösungen

1. Dezember 2022, Wien
Preisdeckel weiter in der Diskussion
 - Hannover, APA/dpa

Mit dem Energiepreis-Deckel, den Deutschland einführt, wird auch in Österreich die Diskussion um weitere Unterstützungen für Haushalte und Unternehmen angeheizt. Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) verweist in einer Aussendung des Ministeriums auf Maßnahmen, um die Folgen der hohen Energiepreise abzufedern. So gäbe es für energieintensive Unternehmen einen Energiekostenzuschuss, für den sich bereits 86.800 Unternehmen vorangemeldet hätten.

APA

D – Nachbesserungen bei Preisbremse gefordert

1. Dezember 2022, Berlin

Zur geplanten Gas- und Strompreisbremse der deutschen Regierung gibt es viele Forderungen nach Nachbesserungen - auch aus der Ampel-Koalition selbst. Dabei geht es zum einen um ein Boni- und Dividendenverbot für Unternehmen, wenn sie von den Entlastungen profitieren. Zum anderen steht eine Erlösabschöpfung von Firmen etwa aus der Ökostrom-Branche in Kritik. Die Linke warnte bei den ersten Beratungen am Donnerstag im Bundestag vor Mitnahmeeffekten auf der Seite von Versorgern.

APA/dpa

Online-Tool soll gezieltes Stromsparen erleichtern

1. Dezember 2022, Wien

Das Klimaschutzministerium und der Stromnetzbetreiber APG haben heute, Donnerstag, ein neues Online-Tool vorgestellt, mit dem Haushalte und Unternehmen gezielter Stromsparen können. So soll der Stromverbrauch zu Spitzenzeiten reduziert werden, damit insgesamt weniger Gas benötigt wird. Das soll die Versorgungssicherheit erhöhen und mittelfristig auch preisdämpfend wirken.

APA

Top Artikel der Woche

Bertsch Energy steht vor der Insolvenz

1. Dezember 2022, Bregenz

Der Bludenzer Kraftwerksbauer Bertsch Energy GmbH & Co KG muss in den nächsten Tagen Insolvenz anmelden. Das berichteten die "Vorarlberger Nachrichten" am Donnerstag unter Berufung auf die Geschäftsführung. Betroffen sind 156 Mitarbeiter, alle am Standort Bludenz. Sie werden beim AMS zur Kündigung angemeldet, eine Fortführung des Betriebs wird angestrebt. Die weiteren Unternehmen der Bertsch Gruppe, Bertsch Foodtec und Bertsch-Laska, seien nicht betroffen.

APA

Kelag senkt Grundversorgungstarif auf 10,87 Cent

3. November 2022, Velden

Der Kärntner Landesenergieversorger Kelag hat den Grundversorgungstarif von 60 Cent pro Kilowattstunde auf 10,87 Cent - jenen Tarif für Privatkunden - abgesenkt. Vorstandssprecher Manfred Freitag reagierte am Donnerstag vor Journalisten auf Diskussionen um die Stromtarife. Demnach würden 92 Prozent der Kelag-Privatkunden 10,87 Cent bezahlen, die Stromkosten "für die allermeisten Privatkunden der Kelag" seien im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben.

APA

Tiwag-Preissprung wirft Fragen auf

16. September 2022

Als die Strompreisbremse fixiert wurde, vervierfachte die Tiwag die Neukunden-Preise. Sint (Liste Fritz) ortet Zusammenhang mit Strom-Subventionen, Tiwag-Chef weist das zurück.

Innsbruck - Mit der von der Regierung verkündeten Strompreisbremse dürfen Energieversorger den Privathaushalten ab Dezember für die ersten 2900 kWh maximal 10 Cent netto je kWh verrechnen. Sollte ihr tatsächlicher Strompreis höher sein, wird den Energiefirmen die Differenz bis zum Preis von 40 Cent subventioniert. Das heißt, der Steuerzahler schießt den Stromfirmen bis zu 30 Cent je kWh zu. Einige Ökonomen befürchten, dass Energieunternehmen ihren Strompreis ohne Zwang auf 40 Cent erhöhen, nur um die 30 Cent an Subvention zu kassieren.

In diesem Zusammenhang wirft die kräftige Erhöhung der Neukunden-Strompreise bei Tiwag (und ihrer Tochter IKB) aus Sicht von Liste-Fritz-Klubchef Markus Sint Fragen auf. Denn just an dem Tag, an dem die Strompreisbremse fixiert wurde, vervierfachte die Tiwag ihren Strom-Arbeitspreis für Neukunden.

Der Vergleich zweier Preisblätter der Tiwag, jeweils mit Gültigkeit ab September 2022, veranschaulicht die Entwicklung. In einem im Juli erstellten Preisblatt gab die Tiwag für Neukunden etwa beim Eco-Tarif noch einen Arbeitspreis von 10,46 Cent netto an. In dem aktuellen Preisblatt, ebenfalls mit September 2022 datiert, wird der Eco-Arbeitspreis nun mit netto 38 Cent je kWh angegeben. Laut den Metadaten des pdf-Dokuments wurde das neue Preisblatt (38 Cent) am Morgen des 7. September 2022 erstellt -jener Tag, an dem im Ministerrat gegen Mittag die Strompreisbremse fixiert wurde. LA Sint mag hier nicht an Zufall glauben und bringt eine weitere Parallele ins Spiel. So hält die Tiwag im Neukunden-Preisblatt fest, dass eine Anpassung des Strompreises, also auch eine mögliche Vergünstigung, abweichend von den üblichen Lieferbedingungen (mit jährlicher Preisanpassung) erst im Juni 2024 erfolgen wird - auch die Strompreisbremse läuft Mitte 2024 aus. Der Comfort-Tarif für Neukunden wurde ebenso am 7.9. auf etwa 38 Cent erhöht, gleichermaßen bis Mitte 2024. Und auch die Tiwag-Tochter IKB habe rund um den 7. September die Neukundenpreise von zuvor 9,5 Cent netto auf ca. 38 Cent erhöht, so Sint. "Wer hier an Zufall glaubt, glaubt auch ans Christkind", sagt der wahlkämpfende Liste-Fritz-Mandatar: "Das ist natürlich kein Zufall, sondern bewusst gemacht, um bei Neukunden die Subventionen von bis zu 30 Cent einzustreifen. Ausgerechnet öffentliche Unternehmen greifen in die Taschen der Steuerzahler. Energieministerium und Wettbewerbshüter müssen hier einschreiten."
Tiwag-Chef Erich Entstrasser bestätigt zwar die Neukunden-Preise seit 7. September, weist aber einen Zusammenhang mit der Strompreisbremse zurück. Dies sei lediglich "eine zulässige Denkübung", sagt er. "Wir wussten zwar, dass eine Strompreisbremse kommt. Die genauen Details kannten wir aber nicht."

Tiroler Tageszeitung

Strom, Gas: Wem steht Grundversorgung zu?

12. August 2022, Wien

Energie. Das Recht auf Grundversorgung betrifft weitaus mehr Menschen als bisher angenommen. Es gibt Gesetze, über deren genauen Inhalt und Tragweite denkt jahrelang kaum jemand nach. Weil nur wenige Menschen davon betroffen sind. Oder weil man das irrigerweise annimmt. So war das wohl auch lange Zeit mit den Regelungen über die „Grundversorgung“ mit Strom und […]

Die Presse

D – Ampel-Politiker wollen Nachbesserungen bei Preisbremse

1. Dezember 2022, Berlin

Die Pläne der deutschen Regierung zur Gas- und Strompreisbremse müssen aus Sicht von Abgeordneten der Ampel-Koalitionsfraktionen an einigen Stellen nachgebessert werden. Die Grünen wollten sich im parlamentarischen Verfahren dafür einsetzen, dass Unternehmen, die eine sehr große Unterstützung bekommen, in dieser Zeit keine Boni und Dividenden ausschütten, sagte Ingrid Nestle, energiepolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, am Donnerstag bei ersten Beratungen im Bundestag.

APA/dpa

Die OMV stellt sich neu auf
 - Wien, APA/THEMENBILD

OMV verpasst sich neue Unternehmensstruktur

1. Dezember 2022, Wien

Der börsennotierte Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV will mit einer neuen Unternehmensstruktur die Umsetzung seiner Strategie vorantreiben. Die neue Organisation bestehe ab Jänner 2023 neben den CEO- und CFO-Bereichen aus den Geschäftssegmenten Chemicals & Materials, Fuels & Feedstock sowie Energy, teilte die OMV am Donnerstag mit.

APA/ag

IEA-Chef Fatih Birol
 - Prague, APA/AFP

IEA warnt vor Fracking in Deutschland

1. Dezember 2022, Berlin/Paris

Die Internationale Energieagentur (IEA) sieht eine Ausweitung des Einsatzes der umstrittenen Fracking-Technologie zur Erdgasförderung in Deutschland kritisch. "Wenn Deutschland heute mit dem Fracking beginnt, wird es ewig dauern, bis das erste Gas daraus auf den Markt kommt. Ich wäre da sehr vorsichtig", sagte IEA-Chef Fatih Birol dem Nachrichtenportal Table.Media (Donnerstag). "Das Risiko, dass diese Investition nicht genutzt werden kann, ist groß."

APA/ag

Brunner: US-Offert für OMV sichert nicht Versorgung

1. Dezember 2022, Wien
Brunner ist wenig begeistert von der Idee
 - Wien, APA/GEORG HOCHMUTH

Finanzminister Magnus Brunner kann einem möglichen Angebot des US-Investors Carlyle für das Öl- und Gasgeschäft der teilstaatlichen OMV auf den ersten Blick nicht viel abgewinnen. "Ich kenne das Angebot nicht. Ich kann mir aber nur schwer vorstellen, dass ein Finanzinvestor uns dabei helfen wird, die Versorgungssicherheit in Österreich abzusichern", sagte Brunner in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit den "Oberösterreichischen Nachrichten".

APA/ag