Ehemalige Gazprom-Tochter braucht wohl mehr Staatshilfe

19. August 2022, Berlin

Die ehemalige Gazprom-Tochter Gazprom Germania braucht in der Gas-Krise möglicherweise mehr Geld der öffentlichen Hand. Das von der Bundesnetzagentur in Treuhänderschaft übernommene und in Securing Energy for Europe (SEFE) umbenannte Unternehmen werde möglicherweise nicht mit einem Darlehen der staatlichen Förderbank KfW über 9,8 Milliarden Euro auskommen, berichtete "Der Spiegel" am Freitag im Voraus.

APA/ag

Deutsche Verbraucher müssen Gasumlage ab Oktober zahlen

19. August 2022, Berlin
Auch die OMV profitiere laut Aussendung von der Umlage
 - Wien, APA/THEMENBILD

Hunderttausende Verbraucher in Deutschland müssen die staatliche Gasumlage bereits am 1.10. zahlen und spüren damit deutliche Preissteigerungen. Viele lokale Versorger kündigten fristgerecht an, die Umlage schon zum Start an ihre Kunden weiterzugeben. Ob die von der Bundesregierung geplante Mehrwertsteuersenkung auf Gas dann schon beschlossen ist, ist offen. Sozialverbände forderten zusätzliche Entlastungen für die Bürgerinnen und Bürger.

APA/dpa

Gaspreis am Freitag auf 249 Euro je Megawattstunde gestiegen

19. August 2022, Amsterdam

Der Gaspreis ist in Europa am Freitag weiter gestiegen. Der als Referenz geltende Terminkontrakt TTF an der Energiebörse in den Niederlanden erreichte am Mittag den Preis von 249 Euro pro Megawattstunde. Der Höchstpreis war am 7. März erreicht worden, kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Damals kostete Gas im europäischen Handel kurzfristig 345 Euro pro Megawattstunde.

APA/ag

Deutsche Gasspeicher werden trotz Preises weiter befüllt

19. August 2022, Bonn
Deutschlands größter Erdgasspeicher in Rehden, Niedersachsen
 - Rehden, APA/dpa

Die Gasspeicher in Deutschland können trotz des hohen Gaspreises weiter befüllt werden. Darauf hat der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, am Freitag in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur hingewiesen. Der Füllstand aller Speicher lag nach jüngsten Daten der europäischen Gasspeicherbetreiber bei gut 78 Prozent.

APA/dpa

EU genehmigte Milliardenhilfe für deutsche Betriebe

19. August 2022, Brüssel

Deutschland darf energieintensive Unternehmen mit rund 27,5 Mrd. Euro unterstützen. Die EU-Kommission hat am Freitag grünes Licht für eine entsprechende Beihilfe-Maßnahme gegeben. Konkret geht es darum, dass ein Teil des CO2-Preises auf Strom für die Jahre 2021 bis 2030 vom Staat erstattet werden soll.

APA/dpa-AFX

Top Artikel der Woche

Boltz: Aus für Merit-Order-Prinzip brächte preislich wenig

10. Mai 2022, Wien

Auch ein Abgehen von der sogenannten Merit Order zur Strompreisbildung, wonach das jeweils letzte - in der Regel teuerste - (Gas-)Kraftwerk das Preisniveau bestimmt, würde nach Meinung des Energie-Experten Walter Boltz nicht viel ändern. Würde man stattdessen etwa ein Pool-Modell anwenden, würde es preislich "nicht um so viel besser", so Boltz im Radio. Zuletzt hatte die WKÖ eine Änderung des Prinzips verlangt, die AK machte sich für einen Gaspreisdeckel für Kraftwerke stark.

APA

Hektarweise Sonnenstrom auf Feld und Wiese?

12. August 2022, Linz

Studie: Mit 200 Photovoltaik-Großanlagen könnte Oberösterreich ein Sechstel seines Strombedarfs decken Die stark gestiegenen Stromkosten zeigen die Dringlichkeit, Auswege aus der Energiekrise zu finden. Einer könnte die so genannte Agri-PV sein: Sonnenstromproduktion auf agrarischen Flächen, bei denen 80 Prozent des Feldes oder der Wiese landwirtschaftllich genutzt werden. Maximal fünf Prozent dürfen für Infrastruktur wie z.B.: […]

Oberösterreichische Nachrichten

RHI-Magnesita-Chef will „klare Energiestrategie“ in Europa

8. August 2022, Wien

Die hohen Energiepreise gefährden die Wettbewerbsfähigkeit Europas, warnte der Chef des Feuerfestkonzerns RHI Magnesita, Stefan Borgas, am Montag im Interview mit der "Kleinen Zeitung". Ohne eine "klare Energiestrategie", wie Europa wieder wettbewerbsfähig wird, müsse das Unternehmen im kommenden Jahr über Produktionsverlagerungen nachdenken, so Borgas. Neben grünem Wasserstoff müsse auch Atomkraft und Fracking in Österreich als Teil der Lösung diskutiert werden.

APA

„Strompreise steigen 2023 erneut um 100 Prozent“

1. Juni 2022

Theodor Tanner. Ex-Chef der Bundeswettbewerbsbehörde sieht die EU in der Pflicht

In den vergangenen Wochen sind die Preise für Energie massiv gestiegen. Beim Verbund etwa betrug der Zuwachs im Durchschnitt 77 Prozent. Viele Verbraucher ächzen unter diesem Anstieg. Doch es könnte noch schlimmer kommen, glaubt man Theodor Thanner. Er war bis vor kurzem Chef der heimischen Bundeswettbewerbsbehörde BWB. Bis Mai hätten die Preise an der Stromhandelsbörse in Leipzig bereits um rund 30 Prozent zugelegt. „Rechnet man
das aufs ganze Jahr hoch, kommt man auf 100 Prozent.“ Das würde bedeuten, dass die Preise im kommenden Jahr in diesem Ausmaß erneut steigen würden. Thanner will das so nicht akzeptieren.

„Es gibt dringenden Handlungsbedarf“, sagte er im Klub der Wirtschaftsjournalisten. Der Strommarkt sei kein freier Markt. Daher fordert er die EU-Kommission auf, tätig zu werden. „Sie sollte sich intensiv mit der Merit-Order beschäftigen.“ Diese besagt, dass das teuerste Kraftwerk, das zur Deckung der Stromnachfrage benötigt wird, den Preis bestimmt. Das ist meist ein Gaskraftwerk – und wegen der aktuell hohen Gaspreise ist auch der Strom teuer.
Konkret sollte die EU sich in dem Zusammenhang damit beschäftigen, ob das Kartellrecht hier greifen könnte. „Das System ist nicht wettbewerbsfördernd.“ Zudem hinterfragt er generell die Merit-Order. „Man könnte auch den Strom- vom Gaspreis lösen.“ Dies sei natürlich nicht von heute auf morgen möglich, „sonst würden die Märkte zusammenbrechen.“

Des Weiteren sei die Einführung einer Obergrenze für den Gaspreis möglich, wie dies etwa schon Spanien oder Portugal vollzogen haben.

Kurier

Deutscher Wirtschaftsminister Robert Habeck
 - Berlin, APA/dpa

Deutscher Energiesparplan: Ab September Reihe von Verboten

19. August 2022, Berlin

Die vom deutschen Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) bereits angekündigte Verordnung zum Energiesparen sieht einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge eine Reihe von Verboten ab September vor. Einzelhändler etwa dürften die Türen ihrer Geschäfte nicht dauerhaft offenhalten, nachts beleuchtete Werbung solle verboten werden, zitierte die Zeitung am Freitag aus dem Verordnungsentwurf.

APA/ag

Der deutsche Finanzminister Christian Lindner
 - Berlin, APA/ag

Deutscher Finanzminister hält Öffnung von Nord Stream 2 für falsch

19. August 2022, Moskau

Deutschlands Finanzminister Christian Lindner geht deutlich auf Distanz zu Forderungen seines FDP-Parteivizes Wolfgang Kubicki nach einer Öffnung der Ostsee-Gasleitung Nord Stream 2. Lindner halte den Vorschlag für "falsch und abwegig", sagte eine Sprecherin am Freitag in Berlin. Lindner ist FDP-Vorsitzender. Der stellvertretende Regierungssprecher Wolfgang Büchner erklärte, es gebe auch keine Pläne der deutschen Bundesregierung zu einer Inbetriebnahme der Pipeline.

APA/dpa

Laut OGE soll die Anschlussleitung bis 20

Anschlussleitung für LNG-Terminal in Wilhelmshaven genehmigt

19. August 2022, Hannover

Die niedersächsischen Behörden haben im Eilverfahren grünes Licht für den Bau und Betrieb einer Anschlussleitung für das geplante Terminal für Flüssiggas (LNG) in Wilhelmshaven gegeben. "Ich freue mich, dass wir dieses Verfahren in weniger als vier Monaten schnell und effektiv abschließen konnten", erklärte der Präsident des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie in Hannover, Carsten Mühlenmeier.

APA/ag

Energieexperten warnen vor Folgen eines Strommarkt-Eingriffs

19. August 2022, Wien/Moskau

Experten der Energieagentur halten einen Eingriff in den europäischen Strommarkt für denkbar, weisen aber auf mögliche unerwünschte Folgen hin. So wäre etwa die Merit-Order adaptierbar, sodass nicht mehr das teuerste Kraftwerk den Preis setzt. Dies würde aber zu einem anderen Bieterverhalten führen, was die Preise sogar treiben könnte, erklärten Karina Knaus und Christian Furtwängler in einer aktuellen Sonderfolge des Energieagentur-Podcasts "Petajoule".

APA