Regierung federt Erhöhung der Netzverlustentgelte ab

2. Dezember 2022, Wien
Netzgebühren werden voraussichtlich steigen
 - Langenhagen, APA/dpa

Angesichts der zuletzt stark gestiegenen Strompreise zeichnet sich derzeit eine deutliche Erhöhung der Netzverlustentgelte ab. Um sicherzustellen, dass sich der Strom für die Konsumentinnen und Konsumenten dadurch nicht weiter verteuert, hat sich die Regierung auf entsprechende Abfederungsmaßnahmen verständigt. Das teilte das Finanzministerium am Freitag mit. Die genaue Ausgestaltung und Höhe der Hilfen ist aber noch offen, wie ein Sprecher gegenüber der APA erklärte.

APA

Länder fordern geschlossen Energieschutzschirm

2. Dezember 2022, Wien
Die Länder wollen Maßnahmen gegen teure Energie
 - Wien, APA/GEORG HOCHMUTH

Die Bundesländer fordern vom Bund geschlossen einen Energieschutzschirm für Österreich, analog zur deutschen Gaspreisbremse. Konkrete Summen ließen Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Vorarlbergs Markus Wallner (ÖVP) nach einem Treffen der Landeshauptleutekonferenz am Freitag zwar offen. Allerdings gelte es, schnell zu handeln, machte man klar. Die Länder wollen zudem schneller und intensiver in die Informationspolitik zur Versorgungssicherheit eingebunden werden.

APA

U-Kommission zu Wien Energie startet

2. Dezember 2022, Wien
Milliardenunterstützung für Wien Energie wird unter die Lupe genommen
 - Wien, APA/THEMENBILD

Im Wiener Rathaus hat heute, Freitag, die konstituierende Sitzung der gemeinderätlichen Untersuchungskommission zur Wien Energie begonnen. Die Kommission soll die Vorgänge rund um die von Stadt und Bund gewährte Milliardenunterstützung für den Energieversorger unter die Lupe nehmen. Der Antrag zur Einsetzung kam von ÖVP und FPÖ.

APA

Gerd Wegeler wird Vorstand bei illwerke vkw-Konzern

2. Dezember 2022, Bregenz

Der 45 Jahre alte Gerd Wegeler wird neuer Vorstand beim Vorarlberger Energiekonzern illwerke vkw. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, hat sich der Aufsichtsrat der illwerke vkw einstimmig für Wegeler als Nachfolger von Helmut Mennel entschieden, der seit 2013 als technischer Vorstand fungiert. Gleichzeitig legte der Aufsichtsrat fest, dass Christof Germann per 1. Juli 2023 - wenn Wegeler in den Vorstand eintritt - Vorstandsvorsitzender wird.

APA

Weltweit mehr Investitionen in Energieeffizienz

2. Dezember 2022, Paris

Heuer sind der Internationalen Energieagentur IEA zufolge weltweit deutlich mehr Maßnahmen für Energieeffizienz ergriffen worden als zuvor. Rund 560 Mrd. US-Dollar (536 Mrd. Euro) wurden 2022 investiert, um beispielsweise Gebäude zu dämmen oder die Infrastruktur für Elektroautos auszubauen. Das sei ein Anstieg von 16 Prozent im Vergleich zu 2021, teilte die IEA in ihrem neuen Marktbericht am Freitag in Paris mit.

APA/dpa

Top Artikel der Woche

Bertsch Energy steht vor der Insolvenz

1. Dezember 2022, Bregenz

Der Bludenzer Kraftwerksbauer Bertsch Energy GmbH & Co KG muss in den nächsten Tagen Insolvenz anmelden. Das berichteten die "Vorarlberger Nachrichten" am Donnerstag unter Berufung auf die Geschäftsführung. Betroffen sind 156 Mitarbeiter, alle am Standort Bludenz. Sie werden beim AMS zur Kündigung angemeldet, eine Fortführung des Betriebs wird angestrebt. Die weiteren Unternehmen der Bertsch Gruppe, Bertsch Foodtec und Bertsch-Laska, seien nicht betroffen.

APA

Kelag senkt Grundversorgungstarif auf 10,87 Cent

3. November 2022, Velden

Der Kärntner Landesenergieversorger Kelag hat den Grundversorgungstarif von 60 Cent pro Kilowattstunde auf 10,87 Cent - jenen Tarif für Privatkunden - abgesenkt. Vorstandssprecher Manfred Freitag reagierte am Donnerstag vor Journalisten auf Diskussionen um die Stromtarife. Demnach würden 92 Prozent der Kelag-Privatkunden 10,87 Cent bezahlen, die Stromkosten "für die allermeisten Privatkunden der Kelag" seien im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben.

APA

Tiwag-Preissprung wirft Fragen auf

16. September 2022

Als die Strompreisbremse fixiert wurde, vervierfachte die Tiwag die Neukunden-Preise. Sint (Liste Fritz) ortet Zusammenhang mit Strom-Subventionen, Tiwag-Chef weist das zurück.

Innsbruck - Mit der von der Regierung verkündeten Strompreisbremse dürfen Energieversorger den Privathaushalten ab Dezember für die ersten 2900 kWh maximal 10 Cent netto je kWh verrechnen. Sollte ihr tatsächlicher Strompreis höher sein, wird den Energiefirmen die Differenz bis zum Preis von 40 Cent subventioniert. Das heißt, der Steuerzahler schießt den Stromfirmen bis zu 30 Cent je kWh zu. Einige Ökonomen befürchten, dass Energieunternehmen ihren Strompreis ohne Zwang auf 40 Cent erhöhen, nur um die 30 Cent an Subvention zu kassieren.

In diesem Zusammenhang wirft die kräftige Erhöhung der Neukunden-Strompreise bei Tiwag (und ihrer Tochter IKB) aus Sicht von Liste-Fritz-Klubchef Markus Sint Fragen auf. Denn just an dem Tag, an dem die Strompreisbremse fixiert wurde, vervierfachte die Tiwag ihren Strom-Arbeitspreis für Neukunden.

Der Vergleich zweier Preisblätter der Tiwag, jeweils mit Gültigkeit ab September 2022, veranschaulicht die Entwicklung. In einem im Juli erstellten Preisblatt gab die Tiwag für Neukunden etwa beim Eco-Tarif noch einen Arbeitspreis von 10,46 Cent netto an. In dem aktuellen Preisblatt, ebenfalls mit September 2022 datiert, wird der Eco-Arbeitspreis nun mit netto 38 Cent je kWh angegeben. Laut den Metadaten des pdf-Dokuments wurde das neue Preisblatt (38 Cent) am Morgen des 7. September 2022 erstellt -jener Tag, an dem im Ministerrat gegen Mittag die Strompreisbremse fixiert wurde. LA Sint mag hier nicht an Zufall glauben und bringt eine weitere Parallele ins Spiel. So hält die Tiwag im Neukunden-Preisblatt fest, dass eine Anpassung des Strompreises, also auch eine mögliche Vergünstigung, abweichend von den üblichen Lieferbedingungen (mit jährlicher Preisanpassung) erst im Juni 2024 erfolgen wird - auch die Strompreisbremse läuft Mitte 2024 aus. Der Comfort-Tarif für Neukunden wurde ebenso am 7.9. auf etwa 38 Cent erhöht, gleichermaßen bis Mitte 2024. Und auch die Tiwag-Tochter IKB habe rund um den 7. September die Neukundenpreise von zuvor 9,5 Cent netto auf ca. 38 Cent erhöht, so Sint. "Wer hier an Zufall glaubt, glaubt auch ans Christkind", sagt der wahlkämpfende Liste-Fritz-Mandatar: "Das ist natürlich kein Zufall, sondern bewusst gemacht, um bei Neukunden die Subventionen von bis zu 30 Cent einzustreifen. Ausgerechnet öffentliche Unternehmen greifen in die Taschen der Steuerzahler. Energieministerium und Wettbewerbshüter müssen hier einschreiten."
Tiwag-Chef Erich Entstrasser bestätigt zwar die Neukunden-Preise seit 7. September, weist aber einen Zusammenhang mit der Strompreisbremse zurück. Dies sei lediglich "eine zulässige Denkübung", sagt er. "Wir wussten zwar, dass eine Strompreisbremse kommt. Die genauen Details kannten wir aber nicht."

Tiroler Tageszeitung

Hoher Strompreis bringt privaten Erzeugern Profit

20. September 2022, Salzburg

Photovoltaik boomt. Für Überschussstrom gibt es jetzt deutlich höhere Tarife – aber längst nicht bei allen Anbietern.

Auf immer mehr Dächern schimmert es blau: Angetrieben durch steigende Energiepreise, Klimakrise und entsprechende Förderungen entstehen immer mehr Photovoltaikanlagen auf Hausdächern. Scheint die Sonne, wird dabei oft mehr Strom produziert, als zu Hause gerade verbraucht wird. Der geht zurück ins Netz – und spült je nach Vertrag sehr unterschiedliche Summen in die Haushaltskasse. Die Einspeisetarife variieren stark, selbst innerhalb eines Energieversorgers: 30,5 Cent zahlt etwa die Salzburg AG Altkunden pro eingespeister Kilowattstunde. Wer allerdings einen neuen Vertrag ab Februar abgeschlossen hat, muss sich mit 12,3 Cent zufriedengeben.

Woher der Unterschied kommt? Früher koppelte die Salzburg AG ihren Tarif an den von der Regulierungsbehörde E-Control errechneten Marktpreis laut Ökostromgesetz. Und der war in der Vergangenheit nicht hoch: 2019 und 2020 lag er zwischen 3 und 5 Cent. Mit den steigenden Strompreisen ist er nun auf mehr als 30 Cent geklettert. Die Salzburg AG reagierte – und setzt die Tarife nun selbst fest. Der Energieversorger zahle auch für neue private Stromlieferanten marktgerechte Einspeisetarife, rechtfertigt sich eine Sprecherin der Salzburg AG. „Zur Abnahme von Ökostrom ist allerdings ausschließlich die OeMAG verpflichtet. Über Förderungen kann die OeMAG marktunübliche Preise bezahlen.“

Die OeMAG, die Abwicklungsstelle für Ökostrom, kann sich derzeit deshalb vor Anfragen kaum retten. Bezahlt wird der Marktpreis, und den hat die Regulierungsbehörde E-Control für das 3. Quartal 2022 mit 30,73 Cent ermittelt. Insgesamt seien bereits an die 60.000 Anträge eingegangen, berichtet Vorstand Gerhard Röthlin. Ende 2021 haben 800 PV-Anlagen über die Abwicklungsstelle eingespeist, aktuell seien es bereits rund 35.000. „Seitens der OeMAG wurden bisher 50.000 Verträge ausgestellt“, so Röthlin. Die Wartezeit auf einen Vertrag liege aktuell bei rund sechs Wochen. Wenn die Photovoltaikanlage bereits errichtet sei, könne der Antrag beschleunigt bearbeitet werden.

Salzburger Nachrichten

IV bekräftigt Ruf nach weiteren nationalen Energiehilfen

2. Dezember 2022, Wien

Die Energiekosten sorgen weiter für Probleme bei den Firmen. Das ging diese Woche bereits aus einer Umfrage der Wirtschaftskammer (WKÖ) hervor - und zeigt nun auch eine weitere der Industriellenvereinigung (IV). Bei der WKÖ sagten 83 Prozent von tausenden Firmen, die Energiepreise schmerzen. Bei der IV sind es nun 50 Prozent von gut 200 befragten Betrieben, berichtete das Ö1-"Mittagsjournal". IV-Präsident Georg Knill forderte einmal mehr weitere nationale Energiehilfen.

APA

Strompreisbremse ja, Gaspreisbremse nein

2. Dezember 2022

Die Strompreisbremse wird für Mehrpersonenhaushalte noch stärker angezogen, gegen einen Gaspreisdeckel, wie ihn immer mehr Stimmen fordern, legt sich Finanzminister Magnus Brunner aber quer. Er sinniert über intelligentere Wege.

Viele Stromkunden in Österreich haben schon Bekanntschaft gemacht mit den exorbitant gestiegenen Preisen für elektrische Energie, in einigen westlichen Bundesländern stehen Preiserhöhungen Anfang 2023 an. Dann aber soll bereits die Strompreisbremse wirken. Diese tritt heute, Donnerstag, in Kraft. Sie soll, und das ist neu, eine höhere Bremswirkung dort entfalten, wo mehr als drei Personen zusammenleben.

Das ist die Antwort der Regierung auf die Kritik, Haushaltsgrößen seien gar nicht berücksichtigt worden. Nun kommt zum Grundmodell, von dem alle Strombezieher und Strombezieherinnen bis zu einer gewissen Höhe profitieren, ein Top-up-Modell. „Damit haben wir die Möglichkeit einer zusätzlichen Entlastung, wo auch die Haushaltsgröße berücksichtigt ist“, sagte Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) bei der Präzisierung des Pakets am Mittwoch.
Für Haushalte mit mehr als drei Personen soll für jede zusätzliche Person ein Kontingent von weiteren 350 Kilowattstunden (kWh) bis zu 30 Cent gefördert werden. Das bringe eine zusätzliche Ersparnis von 100 Euro pro Person und Jahr, ergänzte Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne). Das Grundmodell, bei dem die Regierung den Strompreis für die ersten 2900 kWh bei zehn Cent deckelt und maximal 30 Cent drauflegt, bringe 500 Euro Einsparung pro Haushalt und Jahr, erinnerten beide Minister. Die 2900 kWh entsprechen etwa 80 Prozent des Jahresverbrauchs eines Durchschnittshaushalts in Österreich.

Die Strompreisbremse soll vom 1. Dezember 2022 bis 30. Juni 2024 wirken. Dafür muss weder ein Antrag gestellt noch ein Formular ausgefüllt werden. Einzige Voraussetzung ist, dass es einen aufrechten Stromliefervertrag gibt und einen Zählpunkt. Die Abwicklung erfolgt über den Stromlieferanten.

„Wir setzen das ab 1. Dezember um“, sagte der Präsident von Österreichs Energie, Verbund-Chef Michael Strugl.

Der Standard

Bremsefür die hohen Strompreise

2. Dezember 2022, Wien

Ab 1. Dezember wird ein Teil der Stromrechnung mit Steuergeld subventioniert. Wer profitiert, wer nicht und wer noch warten muss. Haushalte müssen nichts tun, um die Zuschüsse zu bekommen.

Viele Stromkunden haben jüngst Post von ihren Energieversorgern bekommen. Nicht selten ging es um die nächste Erhöhung der Strompreise, da und dort gab es auch „Informationen zum Zuschuss des Bundes“, besser bekannt als Strompreisbremse. Die gilt ab heute, 1. Dezember, bis Juni 2024 und bewirkt, dass Haushalte für bis zu 2900 Kilowattstunden (kWh) jährlich maximal zehn Cent netto zahlen. Die Differenz zum tatsächlichen Strompreis (bis maximal 40 Cent) ersetzt der Bund den Versorgern aus Steuergeld.

Der Zuschuss soll verhindern, dass – erfolgte, angekündigte oder kommende – Strompreiserhöhungen voll auf die Haushalte durchschlagen. Der Staat könne die Teuerung nicht zur Gänze kompensieren, aber abfedern, sagte Finanzminister Magnus Brunner am Mittwoch. In Summe machten die Hilfspakete bereits 37 Mrd. Euro aus, die Strompreisbremse allein 4 Mrd. Euro.

Ein durchschnittlicher Dreipersonenhaushalt in Salzburg, mit 3500 kWh Jahresstromverbrauch, erspart sich durch die staatliche Zuzahlung 2023 (ab Jänner steigt der Arbeitspreis von 11,34 auf 27 Cent) 518 Euro netto. Bei einem Haushalt mit 1500 kWh sind es immerhin 285 Euro, bei echten Vielverbrauchern mit beispielsweise 9000 kWh rund 500 Euro. Denn über 2900 Kilowattstunden ist der volle Preis zu zahlen, was bedeutet, dass sich der Energieteil auf der Stromrechnung verdoppelt. Damit bleibe der Anreiz, Strom zu sparen, erhalten, betonte Klimaministerin Leonore Gewessler.

Salzburger Nachrichten

AK-Präsident für Verzicht auf Stromabschaltung

2. Dezember 2022, Salzburg

AK-Präsident Peter Eder fordert von der Landes- und Stadtpolitik eine Lösung, um Stromwärmekundinnen und -kunden zu unterstützen. „Was bei Gewerbekundinnen und -kunden mit den 100 Freistromtagen und Landwirtschaftsbetrieben möglich ist, muss auch für betroffene Privatkundinnen und -kunden umsetzbar sein.“ Zudem spricht sich Eder für einen Verzicht auf Stromabschaltungen aus. An den Bund gerichtet fordert er eine Heizkostenbremse, da die Kosten für Heizöl, Pellets, Holz und Co. ebenfalls massiv gestiegen sind. Vor allem für jene Personen, die mit Strom heizen, sei die Strompreisbremse nicht ausreichend.

Salzburger Nachrichten